Wenn einer eine Reise tut

Morgen fahre ich weg; ich wohlgemerkt, nicht wir. Ich fahre über vier Tage mit meiner besten Freundin nach Prag; zwei Tage Prag genau genommen und zwei Tage Reise. Zu der allgemeinen Vorfreude mischt sich die Spannung über die Unterkunft und all das. Prag ist wunderschön, das weiß ich aus zwei Aufenthalten 2002 und 2004. Kaum erwarten kann ich es, sitze auf heißen Kohlen und würde am liebsten sofort losfahren.

Allein was unternehmen, so ganz ohne Bande, ist erstaunlich. Mein inneres Schema F ist hoch-alarmiert. Bloß nichts vergessen, alles gut verstauen und nicht zu viel mitschleppen. Vor großen Aktionen fahre ich innerlich hoch und bin zwar nie ängstlich aber dennoch angespannt. Sechs Personen zu verpacken, an alles zu denken, den Zeitplan in Auge halten und dabei die Bedürfnisse aller im Blick zu halten kann ich – leicht ist es jedoch nicht. Ins besondere wenn es wuselig ist, am Bahnhof, in Innenstädten oder so, ist es nur mit höchster Aufmerksamkeit möglich alles geschmeidig zu halten.

Morgen aber fahre ich nur mit Freundin, auf die muss ich nicht aufpassen. Mein Trecking Rucksack wird und wird nicht voll, obwohl ich so viel einpacke. Viel vergessen kann ich kaum; höchste Priorität haben Schlüpper und das Ladekabel fürs Handy. Und dann geht es morgen los, nur ich und die Beste, ohne viel zu planen und ohne Stress. Ich kann es kaum erwarten!!!

Solo

Ausflüge zu meiner Schwester und ihren Kiddies sind immer klasse. Was aber leider dazu gehört ist, dass ich recht beschäftigt mit meinen Kindern bin und sie mit ihren. Die Phasen in denen alle sechs glücklich beschäftigt sind, sind eher rar. 

Heute habe ich endlich malwieder einen Solo-Ausflug unternommen. Nachdem meine Hörnchen alle verteilt waren bin ich kurzerhand an die Küste gedüst und habe mir einen Tag mit Nichte, Neffe und Schwester geschenkt. Ganz ohne nervige Hörnchen. Da auch mein Neffe zunächst im Kindergarten war, konnte ich ausgiebig Baby knutschen. Herrlich!! Wann immer ich das sonst versuche, wird eins der Hörnchen eifersüchtig oder sonst irgendwas beklopptes passiert. Nebenbei konnte ich mich tatsächlich ganz lange in echt mit meiner Schwester unterhalten; toll!! 

Mittags durfte ich dann meinen Neffen mit aus dem Kindergarten abholen. Zugegeben, er fand es alles andere als lustig, dass ich OHNE alle meine Kinder gekommen war. Ich hingegen fand es klasse Zeit zum Quatsch machen, Spielen und Lesen zu haben. Was für ein Hochgenuss; der leider fast immer zu kurz kommt. Den irgendwie ist es doch so: Die eigenen Kinder sind der Wahnsinn. Und Neffe und Nichte auch!!

Geschafft 

Ich bin geschafft. 

Der Tag ist geschafft. 

Und am aller meisten ist der 1. von sieben Tagen. „Spätschicht“ geschafft. 

Vorweg gesagt: Ich weiß, dass es auf dieser Welt viele Eltern gibt, die immer, immer ihre Kinder allein großziehen. Ich bin überzeugt davon, dass ich dazu nicht in der Lage wäre. Hut ab an alle Alleinerziehenden Mamas und Papas. Ihr seit der Hammer!!!

Ich muss alle 10 Wochen meine Kinder für sieben Tage lang (fast) allein versorgen. Der Menne geht um 12 zur Arbeit und kommt erst wieder wenn alle schlafen. Da die Kinder vormittags ja in Kita und Schule sind, bin ich quasi Solo. Und echt, diese Woche ist jedes Mal sooooooo anstrengend!! Aber hey… Einen Tag hab ich schon geschafft. Chakkaa!