Die 4 Elemente

In der Stadt der Familie Frost herrschen, wie überall im Land, sehr sommerliche Temperaturen. Um den Kindern einen Gefallen zu tun, sichert Muetterchen Frost zu, im Garten ein Planschbecken aufzubauen.

Vorspiel/ Erde

Da der Garten in diesem Jahr in einem extrem ungepflegten Zustand ist, bedarf es einiger Vorarbeiten um überhaupt Platz für das Planschbecken bereitzustellen. Unter anderm muss ein gut 5t schwerer Pferd von A nach B bewegt werden um anschließend das Becken an B aufzustellen. Während muetterchen Frost mit der Hilfe von A- und B-Hörnchen den Gaul versetzt, befördern C- und D-Hörnchen das Planschbecken aus dem Karton; mit Hilfe einer besonders scharfen und spitzen Schere. Wie durch ein Wunder ist das Becken noch heile. Alle Hörnchen gehen in die Schule/ den Kindergarten und Muetterchen Frost macht sich ans Werk.

1. Akt; Luft

Weil Muetterchen alles besser weiß, wies sie den Menne kürzlich an, die Luftpumpe in der Garage zu verwahren, wo sonst braucht man eine Pumpe. Muetterchen latscht also in erster Instanz in die Garage um die Pumpe zu holen. Zu Hause angekommen stellt sie schnell fest, dass Pumpe nicht zu Becken passt. Die Fahrrad-Luftpumpe beherrscht alle gängigen Fahrradventile, ist jedoch nicht im Geringsten für Planschbecken-Ventile geeignet. Zum Glück verfügt Familie Frost über eine zweite Pumpe; eine für Gummiezeugs. Diese ist, auf Wunsch von Muetterchen, auf der Pazelle; wer braucht denn schon zu Hause eine Luftpumpe für Gummiezeugs?

Muetterchen macht sich also abermals auf zur Garage, holt ihr Fahrrad und fährt zur Pazelle. Nur 25 Minuten später ist sie mit Gunmieviecherluftpumpe wieder da und beginnt nun endlich das Becken aufzupusten. Es dauert etwa 8 Stunden, dann steht es ganz wunderbar auf der Erde.

2. Akt, Wasser

Nun soll es endlich zum wichtigsten kommen. Wasser muss ins Becken! Der Gartenschlauch liegt gut vertüddelt im Garten, ist kunstvoll an das Klettergerüst gebunden und für Menschen über 35 kg kaum zu erreichen (das Klettergerüst ist so morsch…). Außerdem stellt sich heraus, dass das eingangs erwähnte 5t schwere Pferd auf dem anderen Ende des Schlauches steht. Irgendwann sind alle Probleme behoben und der Schlauch liegt im Becken. Das Wasser läuft. Minuten lang läuft das Wasser so vor sich her und Muetterchen steht daneben und staunt noch wie groß doch das Becken ist, da stellt sie fest, dass ihre Füße nass sind.

Fassungslos über ihre eigene Dummheit versucht Muetterchen nun den Bodenverschluss des Beckens zu schließen, um nicht noch weitere 2000l wertvolles Trinkwasser in den ruinierten Rasen sickern zu lassen. Sie scheint überfordert, stellt sich massiv dumm an und ist nun nass. Endlich füllt sich das Becken.

3. Akt, Feuer

Die Sonne brennt wie Feuer, die Erde ist heiss. Kein fulminantes Finale, kein flammender Abgang. Muetterchen kriecht mit brennenden Muskeln über die heißen Platten zurück ins Haus und schafft es knapp auf einen Stuhl. Ende.

Wehe die Blagen wissen das nachher nicht zu schätzen!!

Diese ersten Tage

Ich liebe diese ersten warmen Tage im Jahr und genieße sie immer sehr. Eine kleine Komponente meiner Freude ist die Tatsache, dass ich nicht friere – das ist schick. Auch der Verzicht auf Mütze, Schal, Handschuhe, Strumpfhose und die 2. Jacke ist nett jedoch nicht der größere Anteil meiner Freude. Ja, die Sonne im Gesicht zu spüren ist großartig. Aber selbst die bringt mein Herz noch nicht so zum hüpfen, wie das was ich in den letzten Tagen genießen durfte.

Wenn es das erste Mal, nach dem langen, entbehrungsreichen Winter warm ist, eskalieren die Deutschen geradezu. Schon ab etwa 11° Außentemperatur rennen sie, wie die Verrückten, in kurzer Hose und T-Shirt auf der Straße herum. Als gebe es kein Morgen und als wäre der Sommer abgeschafft, rennen sie in kurzen Kleidchen, ohne Sinn und Verstand auf der Straße herum, packen die Sandalen und die Ballerinas aus und eskalieren ohne jeden Schutz im Straßencafe. Ab etwa 12,5° sitzt der gute Deutsche vor dem Café in der Sonne, verzichtet auf’s Deckchen und genießt ein kühles Bier in der Sonne. Manchmal beschleicht mich die Vermutung, dass das was wir in Deutschland eine Grippewelle nennen, in Wirklichkeit eine übergreifende Grippewelle ist, die nur dadurch verschuldet ist, dass eben alle halb nackt auf der Straße herum gelaufen sind.

Ebenfalls eine große Freude sind die vielen offenen Cabriolets. Ja, ich gebe zu – es ist lustig in einem offenen Auto spazieren zu fahren. Und auch mir ist bewusst, dass es selbst bei schneller Fahrt im Auto wenig windet; nichts desto trotz sind 12° nun mal 12° und nicht 28. Und nein, selbst mit ganz viel Wollen kann ich mich dem Eindruck nicht entziehen, dass der Wunsch nach Sommer hier mehr Anteil am sommerlichen Verhalten der Menschen hat als der Sommer selbst.

Morgen ist sie nun erst mal vorbei, die erste große Hitzewelle des Jahres 2019. Und ab 9°, darauf kann man sich verlassen, werden sie wieder schimpfend und schnaufend herum laufen – mit Mütze, Schal, Handschuhe, Strumpfhose und zweiter Jacke!

Die Sterne und ich

„Sterne gucken“ hatte für mich bisher wenig mit den Sternen zu tun, tatsächliche Begeisterung für all das, was da unterwegs ich konnte ich kaum aufbringen. Den gestrigen Abend verbrachte ich mit der Familie einer lieben Freundin. Der Großvater meiner Freundin begründete einst die ansässige Sternwarte, und so gehört es von jeh her dazu, das Himmelsgeschehen zu verfolgen. Der gestrige Blutmond war natürlich ein Ereignis, das celebriert werden musste.

Und so saßen wir pünktlich zum Anstoß mit Sektchen und Kamera ausgerüstet im Garten und warteten sehnlichst auf den Mond. Zunächst konnte ich dem Spektakel wenig abgewinnen. Dann plötzlich tauchte der Jupiter am Himmel auf; Minuten später der Saturn. Noch während ich mir die Sterne des Sommerdreiecks erklären ließ, zog zügig die ISS heran und plötzlich war ich schwer beeindruckt. Der Nordstern wurde sichtbar, der Nabel des ganzen. Und dann kämpfte sich auch endlich der rote Mond seinen Weg durch den Dunst. Im Anhang der Mars, der durch das rot der Sonne wirklich erstaunlich rot aussah. Und so kam es, dass ich tatsächlich mit Kamera und Fernglas bewaffnet auf einer Dachterrasse stand und den Himmel über mir bestaunte.

Heute Abend lerne ich weiter. Mit etwas Glück kann ich die Plejadem sehen, und vielleicht sogar eine echte Sternschnuppe.

Regen

Als Bremer ist man den Regen gewohnt. Im Herbst regnet es viel und stürmisch, im Winter regnet es kalt und matschig. Im Frühjahr fällt zauberhaft beflügelnder, süsslicher Regen und im Sommer brechen stattliche Gewitter über uns hinein; gern täglich. Ja, den Regen kennen wir hier. Gerüstet ist man in aller Regel, der stolze Bremer wird halt nass und so wundert es keinen, wenn auch bei starkem Regen jede Menge Radfahrer unterwegs sind. Selbst Tage und manchmal Wochen am Stück können uns nicht beeindrucken. Ja, Regen können wir! Manchmal, einige Male im Jahr jedoch, da haut es uns um. Dann regnet es so doll, dass die Keller und Unterführungen in Bremen volllaufen. Und dann – machen wir sie wieder leer.

Und nun das! Es ist Ende Mai und seit Wochen hat es nicht ernsthaft geregnet. Bremen ist staubig, die Pollen vom April kleben noch auf den Autos, die Fußwege sehen ein bisschen Sahara aus. Die Kleingärtner raufen sich die Haare und alle anderen sehen bei jedem Wölkchen irritiert zum Himmel. Wann kommt er wieder, und wenn es dann los geht, wie lange wird er bleiben; Tage, Wochen, Monate?

Bis es soweit ist gilt es zu genießen; die Sonne, die Wärme und die trockenen Klamotten. Das Trocknen der Wäsche im Garten und die Tage im Freien. Und dann, eines Tages wird er wiederkommen, der vertraue Regen. Er wird sich ankündigen und dann doch etwas später kommen als man ihn erwartet hat. Er wird ein vertrautes, wohliges Gefühl verbreiten, die Luft wird duften wie es nur frischer Regen kann und nach der langen Trockenheit wird endlich alles wieder so sein, wie wir Bremer es kennen. Irgehdwie nass aber gut!

Tolstoi, Tolkien, Trotzki

Ich liege im Garten auf der Bank in der Sonne. Es ist friedlich, in meinem Kopf wäge ich die Vor- und Nachteile von Tolkien, Trotzki und Tolstoi gegeneinander ab, suche nach Parallelen und Unterschieden. Im Hintergrund piepen ein paar Vögel, meine Versen und Schulterblätter schlafen wegen der Harten Unterlage langsam ein. Es ist gut. Plötzlich dringt von ganz weit weg ein zarten Stimmchen in meinen Kopf: „Benjamin, du lieber Eleelefant..“ singt es während es sich kreisend um mich bewegt.

Tolkiens, Tolstoi, Trotzki, Elefant. Es wurde kompliziert. Eine Hälfte meines Gehirns schlief, die andere versuchte krampfhaft die zarten Elefanten zu integrieren. „Beeennjjaaaaamin, du liiiieeebbbeer Eeellleefant…“, die Stimme wurde lauter. Tolkiens Olifanten trampelten durch mein Unterbewusstsein. Stampf stampf. Tolstoi, Anarchie, Elefant. Ein Knoten im Kopf bahnte sich seinen Weg. Meine Hirnareale spielten Ping Pong mit dem Elefanten. Frontallappen; nicht zuständig! Mit Vernunft und Kontrolle hat das hier nichts zu tun. Der Elefant fliegt ins Limbische Sysem; nicht zuständig. Wenn dieser Elefant eine Emotion ist, kann ich sie nicht bewerten!

„BENJAMIN, DU LIEBER ELEFANT..!!“, brüllt es in meinem Kopf. Die Stimme ist ganz nah! Der Temporallappen springt an: Hier ist es!! Es ist ein Geräusch!! Der Elefant schwillt zur ganzen Herde an, endlich schaltet sich die Hirnrinde zu: Mein Gedächtnis erinnert mich daran, dass ich Kinder habe. Vorsichtig öffne ich ein Auge. Vor mir steht kein Elefant, auch Tolstoi, Trotzki und Tolkien sind nicht zu finden. Das D-Hörnchen steht singend neben mir. Er ist stolz, er kann jetzt das Lied von Benjamin Blümchen auswendig! Den Rest des Tages habe ich einen penetranten Ohrwurm. Und Elefanten im Kopf; und die Revolution.

Sandsektoren

Am so einem Strand gibt es ja recht viel Sand. Trotzdem finden meine Hörnchen leider allzu oft trotzdem einen Grund herumzustreiten. „Dein Loch ist zu nah an meinem Loch!“, „Dein Sand fällt in mein Loch!“, „Du nimmst immer den guten Sand!“ und „Deine Mauer ist zu nahe an meiner Burg!“ Sind nur wenige Beispiele für den herrschenden Krieg. 

Heute Abend schlug ich vor den Stand morgen in vier Sektoren einzuteilen. So konnte jeder in seinem Sektor graben, Grenzen bauen oder sich verbünden. Ich sagte dies in deutlich genervtem und leicht verzweifeltem Ton und bedauerte es sehr, dass ich überhaupt an eine so dämliche Lösung denken musste, da erhob das A-Hörnchen die Stimme und motzte barsch in meine Richtung:“Da mach ich nicht mit! Dann mach ich alles kaputt bei den anderen!“ 

Kopfschüttelnd gab ich auf. Alle streiten und zetteln Krieg an, das Kampfgebiet wird aufgeteilt; drei machen mit und einer motzt immer noch. A-Hörnchen scheint der geborene Diktator. Was habe ich nur falsch gemacht..! 

Angrillen 

Die Sonne lacht und so haben wir heute beschlossen anzugrillen. Und da wir mit jedem Jahr schlauer werden, haben wir mittags angegrillt. Denn abends, das wissen wir inzwischen, wird es leicht ungemütlich. Da friert der eine und ich hol ne Jacke. Dann friert der nächste und ich hole ne Mütze und am Ende, also nach 20 Minuten, schleppen wir alles rein und essen im Esszimmer. Dieses Mal also schlauer gedacht, Grillen am Mittag. Sommer Sonne Heiterkeit, herrlich! 

Im Punkt eins war das erste Fleisch des Jahres gar, der Tisch gedeckt und das Wetter kooperativ. Wir riefen die Hörnchen zu Tisch und der Spaß sollte beginnen. Als alle saßen fiel mir auf, dass Sonne und Migräne ungut sind und ich holte schnell meine Sonnenbrille. Dies stellte sich als erst recht unklug raus und so kam was kommen musste. A-Hörnchen holte seine Sonnenbrille, dann C- und B-Hörnchen. D-Hörnchen zog seine lange Hose aus, woraufhin A-Hörnchen nach oben ging sich eine kurze Hose anzuziehen. C-Hörnchen stieg drei Treppen und wechselte Jeans in Minirock. B-Hörnchen zog von dannen um einen Sonnenhut zu holen. Dieser war, zusammen mit all seinen Brüdern und Schwestern noch in einer Kiste. So musste ich hoch um sie alle zu bergen. B-, C- und D-Hörnchen bekamen Sonnenhüte und das A-Hörnchen lief los um seinen zu suchen. B-Hörnchen stellte fest, dass es in Leggins zu warm ist und wechselte in 3/4 Leggins. Es folgten böse Vorwürfe um noch nicht besorget Sandalen. 

Um 13.20 Uhr war das Essen dann beendet. Irgendwie hatten alle irgendwann mehr oder weniger gegessen, gemütlich geht anders. Memo an mich: Nächstes Jahn noch mal irgendwie anders. 

Urlaub 2016.1

Familie Hörnchen war auf großer Fahrt. In den vergangenen 12 Tagen habt ihr lauter altes und vorgekautes Zeug von mir gelesen und in den kommenden werde ich den Urlaub skizzieren. Natürlich nicht in epischer Breite, aber das eine oder andere Highlight wird sich finden lassen!

Ich fand es irgendwie klug nicht im livestrem zu bloggen, dass wir a) nicht da sind und b) wo wir sind. So lege ich nun allen Stalkern und Einbrechern eine geschickte Finte und jage sie an den jeweils völlig falschen Ort. Gefickt eingeschädelt!

So freut euch also auf die eine oder andere Urlaubsanekdote und bestimmt auch ein paar Bilder vom Meer.  

Plötzlich Sommer 

Der eine oder andere von euch hat es vielleicht schon ganz ohne mein Zutun bemerkt: Plötzlich ist es Sommer. Die Temperaturen im Außenbereich sind erstaunlich angestiegen und ich bin nach und nach von Pulli auf T-Shirt von Jeans auf Shorts umgestiegen. Sommer halt, soweit so gut. 

Wie in jedem Sommer, klagen alle Menschen über die Temperatur im Schlafzimmer. Das eine hat 30 Grad, das nächste 34 und mein eigenes nur 26. Der Erste berichtet eine Klimaanlage im Haus zu haben, der Zweite nun gar nicht mehr schlafen zu können. Ich selber habe vor Jahren beschlossen es zu nehmen wie es kommt und mich somit wenig mit meiner eigenen Situation beschäftigt. Schlafen war so lala, aber egal. Gestern Abend folgte dann die Erleuchtung! 

Mich überhaupt gar nicht mit dem Thema Schlaf zu beschäftigen, macht offenbar auch keinen Sinn. Denn im Zuge meines Übermutes habe ich vergessen mein Bett umzuziehen. So ergab es sich, dass ich einige Nächte bei 26 Grad unter einem Daunenbett mit Bieberbezug geschlafen hatte, obendrein noch ein Wollüberzug auf der Matratze hatte. Schön muckelig warm! Aber für diese Temperaturen doch etwas übertrieben.