Ten times a day

Als ich heute morgen den Frühstückstisch erreichte, langsam und in meinem schönsten Gewand*, war mir schnell klar, dass ich am heutigen Sonntag nicht zu höherem berufen bin. Jede Bewegung war zu viel, ich wollte einfach nur da sitzen. Und so beschloss ich, den Tag über maximal 10x aufzustehen. Einmal war schon vergolten, war ich ja schließlich aus dem Bett aufgestanden.

Die ersten 200 Anfragen, die mit „Mama, kannst du mal eben…“ begonnen, wimmelte ich erfolgreich mit der Anzahl der Auferstehungen als Begründung ab. Läuft! Gegen 11 kombinierte ich dann das Einlassen des Badewassers für D-Hörnchen geschickt mit einem Toilettengang und dem Wechsel der Etage. ‚Zwei‘ also bis 11 Uhr, ich war so gut. Gegen Mittag musste ich ein bisschen Schwung in den Tag bringen, tatsächlich aber saß ich um 13.00 mit exakt 5 Auferstehungen am Tisch. Diverses „kannst du mal“ und „machst du mal“ hatte ich erfolgreich delegiert, andere Aktionen sinnig gebündelt. Herrlisch.

Nach dem Mittagessen versuchte ich der Aktion treu zu bleiben und schaffte es bis 18.15 mit 8 mal Aufstehen hinzukommen; mein Master in Prokrastination sollte geritzt sein. Ein mal Aufstehen spare ich mir für den Gang vom Sofa zum Bett auf und mit dem letzten gehe ich gleich was zu Futtern holen.

Natürlich weiß ich um den Blödsinn des ganzen, das putzige ist jedoch, dass man die anderen Bewohner des Hauses tatsächlich in Bewegung bekommt und vor allem, dass sie mir den Scheiß abgenommen haben. „Ach ja, dann mache ich das eben selber.“, sagten sie und holten frisches Brot, den vergessenen Löffel, die Klamotten und alles mögliche. Somit bleibt das Fazit: Ich bin ein dummes Schaf, das viel zu oft ohne zu denken aufsteht.

*liebevolle Umschreibung für Schlafanzug mit Hoodie und warmen Socken

Fall da nicht rein

Eltern gibt’s, die gibt’s gar nicht.

Wir verbrachten den gestrigen Sonntag im Universum, einem Mitmach-Museum, wie meine Kinder es nannten. Nach einigen Stunden entdeckten die Hörnchen eine Art Matschtisch.

Binnen Sekunden hatten sie sich alle die Ärmel hochgeschoben und muddelten fröhlich vor sich hin. Der Menne und ich setzten uns an den Rand de Szenerie und sahen entspannt zu. Für uns war klar: Die kommenden 2 Stunden sind safe.

Andere Kinder kamen und gingen, andere Eltern mit ihnen. Hauptthema der meisten Eltern: Macht euch nicht dreeeckiiig!!!! Ein besonderes Highlight war ein älterer Vater zweier Jungen um die sechs und acht Jahre. Schon als die Jungs sich dem Tisch näherten bekam der Vater nervöse Flecken und zuckte. Beim ersten Matschkontakt entwickelte er eine Art Tourette, er gab ungefiltert Warnungen und Drohungen von sich. Wie ein hospitalisierter Tiger schritt er auf und ab. Nach etwa 45 Sekunden dann konnte er es nicht mehr aushalten.

Am Kragen riss er den etwa sechsjährigen zurück und fuhr ihn barsch an:“Fall da nicht rein!!“ A-Hörnchen, der direkt daneben stand, konnte sich das Lachen nicht verkneifen, ebenso wie ich. Der Mann wurde gradezu panisch, zog Taschentücher aus der Tasche und begann seine Brut zu reinigen. Noch einmal 30 Sekunden später zogen sie von dannen. Die Jungs sahen routiniert aus, die überrasche nichts. Der Vater japste histerisch nach Luft und ich starb vor Lachen.

Meine Hörnchen verbrachen viele, viele Minuten am Matsch-Tisch. Alle wurden dreckig; reingefallen ist keiner.

Sonntag im Bücherland

Den gestrigen Sonntag haben wir genutzt um alle zusammen das Bücherregal zu sortieren. Eine ganz wunderbare Sache, wir alle sechs lieben Bücher und so saßen Vater und Sohn schnell auf dem Boden und debattierten diverse Rollenspiel-Literatur wärend das B-Hörnchen über meine alten Astrid Lindgren Bücher herfällt. Auch die Kleinen haben viel zu Blättern und begucken alles was Bilder hat. Und nach dem ersten „alles raus“ und „alles sauber“ folg das noch viel größere „alles viel zu viel“!

Bücher! Der Menne und ich wir sind beide nicht der Typ „Leihbücherei“. Und so sammelt sich Jahr für Jahr das eine oder andere Dutzend mehr an. Eine Liebe die gehegt und gepflegt wird. Bücher sind einfach toll. Sie rennen nicht weg, sind nie müde wenn man noch wach ist, halten den Mund wenn schlafen will und riechen immer gut wenn man sie auspackt. Hach! Bücher sind so gut. Ein gelungener Sonntag also. Zumindest bis ich die Treppe runter gefallen bin. 

Nikolaus und andere Katastrophen 

Da finde ich in einer Facebook-Gruppen einen Thread, der von einem großen Problem handelt. Vorweg, das was jetzt kommt ist nichts für schwache Nerven, dieses Problem ist brisant, dramatisch und am Zahn der Zeit. 

NIKOLAUS FÄLLT DIESES JAHR AUF EINEN SONNTAG. 

Und für alle taktlosen, unempathischen Dampfnudeln unter euch, die nicht verstehen was das bedeutet: Sonntags haben die Geschäfte zu!! Und das bedeutet, dass man nicht in der City NIKOLAUSLAUFEN kann. DRAMA!! Was also tun? Vorziehen, verschieben? Was ist denn der Sachen angemessen, oder gibt es dazu ein Gesetz? 

Fassungslos über dieser Art Problem, konnte  ich es mir nicht verkneifen etwas dazu zu schreiben. Nun bin ich eine taktlose, einsame Kinderhasserin, die einfach gar nicht verseht, wie wichtig das ist. Wohl wahr, ich verstehe das nicht. Ich finde das sogar hoch albern. Höchst albern. Dämlich… Egal. 

Wenn Silvester mal auf ’nen Samstag fällt, beantrage ich es zu verschieben, damit der 1. Januar nicht einen Sonntag blockiert und mit einen freien Tag klaut. Und wenn ich grad dabei bin, versuche   ich es mit Heilig Abend. Und Ostern und Pfingsten sind zukünftig Dienstags. So!!

Kennt ihr das noch?

Oh ja!! Das kenne ich noch. Das Gefühl, wenn man sich von zwei Seiten durch eine Sandburg gräbt, und sich dann die Hände in der Mitte treffen. Großartig!! 

Nach langer Zeit habe ich mich heute wieder daran erinnert. Euphorie, Freude, Stolz und Erleichterung. Das alles ist plötzlich da, und das wärend man bis zur Schulter im Sand steckt und bestenfalls die Hand des besten Kumpens hält.