Endlich mal wieder Spielplatz

Spielplatz; seit langem mal wieder.

Sektion A: Kinder von 1,5 bis 8 Jahren ohne Eltern. Kleidung eher etwas zu klein, schmuddelig. Brüder achten auf Brüder, kein Erwachsenen guckt. Alle 7 haben einen Lolli im Mund, rennen, schaukeln, rutschen und schlagen sich. Lollis, die tödlichste aller Waffen!! Lollis in Bewegung bohren sich immer erbarmungslos tief in den Rachen, das Kind erstickt, bald. Tod. Lollis! Nach 3,5 Studen sagt der älteste: Es ist sechs, wir dürfen rein. Alle gehen.

Sektion B: Eltern und Kleinkinder von etwa 1,5 bis vier Jahren. Auf jedes schaukelnde Kind kommen zwei Erwachsene, jeder Schritt ist überwacht. Die stylischen Kalmotten nehmen wenig schaden, die Kinder haben wenig Sandkontakt – sie werden getragen. Die Eltern rutschen ambitioniert und turnen an der Turnstange vor udn schaukeln. Ambitioniert! Die wissen was gut ist, Dinkelstangen zum Beispiel. Die sind gesund und bleiben nicht stecken, gegessen werden sie trotzdem lieber im Sitzen. Und heruntergespült mit einem Schluck Muttermilch. Man diskutiert viel; über Sand und werfen und schlagen und Dinkel.

Sektion C: Vier Hörnchen und wir. Die Hörnchen spielen, alle. Sind dreckig. Essen Bio-Pflaumen und Kuchen. Schreien sich manchmal an und bewerfen sich manchmal mit Sand. Der Menne und ich hüten die Bank; keine Bewegung, ab und zu ein anerkennender Blick. Mit weit aufgerissenen Augen beäugen wir das bizarre Treiben um uns herum. Was auch immer hier passiert, unsere Kinder sind zufrieden und wir ja irgendwie auch. Als ich rufe, dass wir zum Abendbrot nach Hause wollen fragt das D-Hörnchen:“Was gibt es?“ und ich trällere erfreut über den Sand:“ Dosenravioli!“. Ein Raunen erhebt sich, dann aber beginnen wieder die Gespräche über Lollis und Kohlenhydrate und so.

Ohne Angst

Das D-Hörnchen tat sich etwas schwer mit einer recht hohen Rutsche. Erst wollte er nicht so recht rauf, dann nicht runter. Erst ganz langsam, dann unter Tränen. Irgendwas hakte da bei dem kleinen Kerl und so beschloss er die Rutsche besser von unten zu begutachten. Das tat er eine Weile bis dann ein ebenso kleines Mädchen des Weges kam. Zielsicher ging sie an die Leiter und wollte sie grad erklimmen, da warnt das D-Hörnchen:“Die Rutsche ist hoch, da hatte ich Angst!“ Das Mädchen ist ganz taff, klettert weiter und ruft dann aus rund drei Metern Höhe:

„Ist nicht schlimm für mich! Ich hab keine Hirnangst!“ 

Da war das D-Hörnchen erleichtert. Er sah dem Mädchen beim Rutschen ohne Hirnangst zu und stürmte dann auch die Rutsche. „Jetzt ohne Hirnangst!“ rief er noch begeistert und dann rutschte er. So ist es eben, ohne nerviges Hirn ist alles einfacher. 

Viel zu langweilg

Wenn man groß wird ist es manchmal kompliziert mit dem klein sein. Und als wir heute morgen beschlossen mit dem Rad zum Spielplatz zu fahren, verkündeten A- und B-Hörnchen schwer genervt, dass es dort viel zu langweilig wäre. Mit etwas Überredungskunst bekam ich sie dann doch mit. 

Am Spielplatz angekommen zogen sie betont gelangweilt ein paar Runden. A-Hörnchen beteuerte noch einmal, dass es ihn wirklich viel zu langweilig wäre, da begann er versehentlich zu buddeln. Und so mirnichtsdirnichts und hastduihnnichtgesehen buddelte das große Kind mit dem anderen großen Kind im Sand. Lange und tief und vollkommen zufrieden. Und als ich nach Stunden zum Aufbruch blies, waren beide Hörnchen so gelangweilt, dass sie gar nicht wieder los wollten. 

Spielplatz 4.0

Im weiteren Verlauf des Tages haben wir den Wasserspielplatz besucht. Beworben war ein großzügiger Wasserspielpatz mit Bachlauf und allerlei Spielemöglichkeiten. Als wir ankamen fiel uns zunächst die Seilbahn und verschiedene Klettergerüste und Auge. Nicht schlecht, aber trocken. Erst auf den 2. Blick fanden wir den angekündigten Bachlauf. Und die böse Überraschung:


Er war trocken. Nach 10 Minuten intensiver Suche teilte uns eine andere Mutter mit, dass der Bach von der Stadt gespeist würde. In diesem Jahr hätte er noch kein Wasser geführt. Der Aufenthalt wurde somit zur Folter. Ein Bach, 1000 Möglichkeiten, die Fantasie auf Hochtouren und kein Wasser. Gemein! 

Spielplatz 3.2

Ich komme mit den drei kleinen Hörnchen auf den Spielplatz. Ein Mann mit Kleinkind ist dort sowie eine Frau mit einem etwa vierjährigen. Meine Hörnchen beginnen sofort freudig zu spielen, ich setzte mich an den Rand der Sandkiste und gucke zu. Irgendwie gefiel das der Frau nicht. 

Umgehend begann sie die Hörnchen zu umsorgen und bot ihnen alle Sandspielzeuge ihres Sohnes an. Mit Sätzen wie:“ Nimm mal unsere Schaufel, die ist viel besser!“ bewarb sie freudig die Spielsachen ihres Sohnes. Während meine Hörnchen sofort ansprangen und versuchten die Frau auszusaugen; sie bot sich ja förmlich zur Assimilation an, sass ihr eigener Sohn vollkommen regungslos und mit leeren Gesichtsausdruck daneben. Das Kind tat mir schrecklich leid. Mama weg, Spielzeug weg, alles weg. 

Später dann hatten meine Kinder keine Lust mehr auf die Zuwendung der fremden Frau und gingen ihre eigenen Wege. Die komische Frau könnte jedoch auch dies kaum ertragen und zerrte fortan ihren benommen wirkenden Sohn hinter meinen Kindern her. Mutti schaukelte, rutschte und kletterte lustig umher. Ihr einziges Ziel: Animation! Zwecklos. Ein schauriges Schauspiel!

Eine richtige Arbeit 

Die drei großen Hörnchen sind im Garten und ich sauge Staub. C-Hörnchen kommt rein und bittet mich, ihr die Schleife neu zu binden. Ich machen den Sauger aus und gehe vor meiner Tochter auf die Knie. Dabei erwähne ich, dass doch auch A-oder B-Hörnchen tolle Schleifen könnten, und binde zu Ende. 

Als ich wieder stehe blickt C-Hörnchen mich ernst an und sagt dann:“Mama! Die machten da draußen richtige Arbeit!“  Ich erkundigte mich noch schnell, was denn richtige Arbeit wäre, und erfahre, dass sie im Garten ein Spielhaus für Babyigel bauen. DAS ist natürlich viel, viel wichtiger und richtiger als Staubsaugen! 

Zu spät

Kennt ihr das noch? Mama sagt:“Seit um drei zu Hause!“ und dann seit ihr losgezogen, mit dem Kumpels und der Flick Flack Uhr in der Tasche. 

Und als ihr das nächste mal auf die Uhr schaut, ist es halb vier. Oder vier. 

A- und B-Hörnchen sind zum ersten Mal so richtig in echt, länger allein auf dem Spielplatz. Mit Kumpeliene und Uhr. Zu Hause sein sollen sie um JETZT. Und ich bin schon soooooo gespannt auf die Ausrede, weshalb sie unmöglich pünktlich sein konnten. Ich habe gern den Pinökel meiner Uhr rausgezogen um so zu tun, als ob die Uhr stehengeblieben ist. 

Hat nie geklappt. 

Komisch. 

Durchgefeiert und eingematscht

Ein Geburtstag ganz nach Hörnchengeschmack. 

Spielplatz und Picknik. Kuchen und Kekse. Wasser, Matsch und Pampe. Zusammen mit guten besten Freunden haben wir einfach so abgegammelt und die Kinder haben getan was Kinder so tun. Am Abend gab’s noch Pizza mit Sand. Ein perfekter Tag!

D-Hörnchen hat es in tiefen Zügen genossen und gebaggert was das Zeug hält. 

  

  

B-I-N-G-O

Um künftige Spielplatzbesuche zu versüßen, habe ich ein Spielplatz-Bingo erstellt, das neun Klassiker zusammenfasst. Viel Spaß!!!

1. Ambitionierte Eltern versuchen immer wieder das vergnügte Baby davon abzuhalten Sand, Stock, Stein oder Schaufel in den Mund zu nehmen. Die verschluckte Sandmenge kann dadurch nicht reduziert werden, aber der Spielplatzbesuch wird erheblich viel nerviger!

2. Das Kind will etwas was es noch nicht kann, das ein anderer hat oder von dem seine liebenden  Eltern nicht wollen, dass es es hat. Was folgt ist von Dauer und laut: Der Brüllanfall. 

3. Verzweifelte Eltern folgen dem Kind auf das engste und vollste Klettergrüst. Ziel hierbei: Das Kind zu bergen, dass oftmals einfach beschlossen hat geborgen werden zu wollen. 

4. Verzweifelte Eltern rutschen, meist histerisch gackernd, mit dem Kind, um ihm beizubringen, dass Rutschen lustig ist. 

5. nicht schön, aber gehört dazu. Aua halt. 

6. Eltern sind gern skrupellos genug sich mit Kippe im Hals an die Sandkiste zu setzen. 

7. Besorgte Eltern lassen keine Gelegenheit aus, ihrem Kind mitzuteilen, dass es etwas nicht kann. 

8. Elternteil steht am Fuße des Klettergerüstes und schreit zB rauf, dass das Kind vorsichtig, langsam, freundlich, schnell oder … Irgendwie anders zu sein hat. 

9. Traurig guckendes Kind an der Wasserpumpe, an der 10 Kinder nackend im Matsch spielen, bekommt die Anweisung:“Spiel da doch mit, aber mach doch nicht dreckig!“ Geht im Zweifelsfall auch an einer Matschpfütze.