In seinem schönsten Gewandt

Ab und zu bin ich bei Menschen zu Besuch, bei denen sieht es unsagbar aufgeräumt aus. Alles hat seinen Platz, im Allgemeinen steht ganz wenig rum. Kein Staubkörnchen, kein herab gefallenen des Blatt. Selbst die Regale scheinen nach Größe und Farbe sortiert bestückt zu sein und alles wird wirklich tadellos. Bei mir ist das irgendwie anders. Also, es ist nicht schmutzig! Das kann man wirklich nicht sagen, ich putze glaube ich relativ viel. Trotzdem leben wir in einem durch aus sortiert im Chaos.

Heute haben meine Hörnchen etwa 1 1/2 Stunden oben im Wohnzimmer gespielt. Sie waren alle vier da, haben friedlich miteinander gespielt und waren einfach mal weg. Viel später, am Abend, kam mich dann in mein Wohnzimmer und fand es in seinem wunderschönsten Gewandt:

Mal im Ernst, kann es etwas schöneres geben? Für mich kaum. Sie fragten, ob sie es stehen lassen dürfen und ja, natürlich. Und ganz bestimmt auch wieder ein bisschen zu lange. Nein, steril ist es hier nicht, dafür aber liebevoll belebt, in jedem Winkel. Und ich mag es wie es ist.

Hier kommt nix weg

Vor vielen Wochen entdeckte D-Hörnchen unglaubliches: Er hat verkleidete Autos. Die kleinen Kammeraden stammten aus Ü-Eiern und haben die tolle Eigenschaft, dass man sie auseinander bauen kann. Da eins weiß ist und das andere gelb, kann man die Autos „verkleiden“ indem man Front und Heck vertauscht. Der schiere Wahnsinn!! 

Einen ganzen Tag hat das D-Hörnchen mit seinen verkleideten Autos gespielt und sie sehr geliebt! Am kommenden Tag waren sie weg. Spurlos verschwunden. Da er so an ihnen hing stellten wir das Haus förmlich auf den Kopf. Jeden Quadratmeter durchsuchten wir zu sechst – ohne Erfolg. Die Autos waren wie vom Erdboden verschluckt. Im Grunde war mir klar: Hier kommt nix weg. Trotzdem war ich ratlos und ein wenig froh als das Thema nach drei Tagen vom Tisch war. Nur noch gelegentlich, alle paar Wochen erwähnte er die verkleideten Autos und dann waren wir kurz traurig. 

Gestern räumte ich dann anlässlich des anstehenden Kindergeburtstages sehr gründlich im Kinderzimmer auf. Anstatt alles in die Kisten zu verfrachten sortierte  und drappierte ich kräftig und brachte unter anderem die Spielküche auf Vordermann. Aus irgend einem Grund öffnete ich hierbei auch die kleine Waschmittelschublade der kleinen Waschmaschine. Und was ich da sah, ließ mein Herz hüpfen! Die verkleideten Autos schliefen den Schlaf der gerechten. Offenbar hatte das D-Hörnchen sie damals, am Tag ihrer Entdeckung ganz besonders liebevoll weggelegt und sie dann leider vergessen. Er ist gar kein D-Hörnchen; er ist ein Eichhörnchen. 

Was man so anhäuft

Heute ist Flohmarkt. Ein reiner Mutti-Kind-Flohmarkt. Alles was irgendwie mit Schwanger, Baby und Kind zu tun hat wird umgeschlagen. Auch ich werde dort zum wiederholten Male eine ganze Kofferraumladung voll verkaufen; hoffentlich erfolgreich. Und wie ich so vor dem vollen Kofferraum stehe läuft es mir kalt den Rücken runter. 


Was man doch so anhäuft, denke ich. Und dabei wird bei uns schon gut verwertet. Ich kaufe viel gebraucht und gebe nahezu alles weiter. An meine Hörnchen, gern auch an die Kinder meiner Schwester oder Freunde. Und trotzdem fällt mindestens einmal im Jahr ein Wagen voller Resten an. Unfassbar. 

Das Reduzieren ist kompliziert. Klamotten braucht man halt, und mit drei Jeans und vier T-Shirts kommt man nicht hin – selbst mit täglich waschen und nicht-pingelig-sein ist da nicht viel zu machen. Am Spielzeug könnte man sparen, wird doch so vieles viel zu selten genutzt. Und irgendwie ist dann doch zu bald schon wieder Weihnachten und die Omas und Opas und Onkels und Tanten fragen was denn die Hörnchen sich wünschen. Und dann zieht das 500. Paket Lego ein und die 8. Puppe. Auch hier versuche ich weiterzugeben. So hat A-Hörnchen vor acht-Komma-fünf  Jahren eine Kinderküche zum Geburtstag bekommen. Vor drei Jahren hat C-Hörnchen selbige zu Weihnachten bekommen und nun steht sie beim D-Hörnchen. Ebenso wie die unsägliche Plastikwerkbank, die das A-Hörnchen mit sechs zum Kindergeburtstag bekam und die zum dritten Geburtstag des D-Hörnchens reanimiert würde. 

Und es gibt die Möglichkeit Events zu verschenken. Einen Kino-Besuch oder einen Tag im Freizeitpark. Über solche Dinge freuen sich die Hörnchen ungemein und ich glaube am Ende haben sie davon oftmals weit mehr als von all den Legopacks, Playmos und Puppen. 

Staubfänger

Wisst ihr welches Spielzeug ich wirklich hasse? Die Parkgarage von Wader! Prinzipiell ein beliebtes Plastikteil, das von allen Hörnchen mehr oder weniger intensiv bespielt wurde. Ins Besondere D-Hörnchen beschäftigt sich schon lange und immer wieder ausgiebig mit dem Teil, weshalb es seit Monaten in unserem Esszimmer steht. 

Wir ihr erahnen könnt, ist das alles kein Grund die Garage zu hassen. Der Grund hierfür sind ihre ausgesprochen ausgefeilten elektrostatischen Eigenschaften. Obwohl ich das Mistding einmal die Woche sauber mache und es ausgiebig bespielt wird, sieht es immer aus wie sau. Jede Woche hole ich tonnenweise Staub und Katze aus den Etagen und Rampen. 

Wie macht die das? Prinzipiell ja eine Praktische Eigenschaft, so ein Gegenstand im Haushalt, der verlässlich allen Staub anzieht ist ’ne tolle Idee. Aber wenn, dann bitte einen gut sauber zu haltenden, so wie der ’schwarze Würfel‘ den Mario Barth mal vorgeschlagen hat. Diese Parkgarage hingegen vereint das unpraktische mit dem dadurch Unnützlichen: Sie ist ständig dreckig und schlecht zu putzen. Ich für meinen Teil mache drei Kreuze wenn ich das Ding rausschmeißen kann. Zusammen mit dem Schaukelpferd.  Brrrr

Eine Wassermelone

Heute waren wir bei Uroma und Uropa. Und zum Abschied drückte man jedem Kind einen 50€ (!!!) Schein in die Hand mit den Worten:“Kauf dir was schönes!“

Im Auto ging dann das große Planen los. A-Hörnchen wollte Lego und einen SuperSoker. B-Hörnchen träumte von einem großen Kuscheltier und D-Hörnchen freut sich über ‚Atus‘. C-Hörnchen strahlte und sagte:“Ich will eine große Wassermelone!“

Stille im Auto. Staunen. Zweifeln. Und dann die klärenden Worte:“ Dann kann ich euch alle nass spritzen!“ 

Eine Wasserpistole sollte es also sein. Logisch.