#Völkerball

Die Kanadier haben herausgefunden, dass Völkerball legalisiertes Mobbing ist und das Internet explodiert. Ich bin wenig überrascht von der Erkenntnis, hatte ich doch meine Schulzeit über schwer unter diesem Spiel zu leiden.

Ich hatte furchtbare Angst vor dem Ball. Dies lag nicht daran, dass ich dachte der Ball wäre ein autonomes, gefährliches Wesen, sondern daran, dass er in aller Regel mit großer Wucht auf mich geworfen wurde und Schmerzen hinterließ. Manuel und Christoph waren großartige Werfer und hatten ein ausgeklügeltes Händchen dafür, wer als Opfer infrage kam. Für die ersten 5-6 Jahre meiner Schulzeit war ich ein gefundenes Fressen. Völkerball und ähnliche Spiele bedeuteten für mich, mich irgendwie geschickt hinter anderen zu verstecken und bloß nicht aufzufallen. Bekam die Sportlehrerin wiederum mit, dass ich versuchte mich zu drücken, gab es zusätzlich Ärger. In den entsprechenden Unterricht Stunden hatte ich Angst!

Was ich erstaunlich finde ist, dass es offenbar eine Option sein soll das Spiel an sich zu verbieten. Was einmal ganz klar gesagt werden sollte ist: Völkerball an sich ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass ein Spiel wie Völkerball dazu genutzt werden kann und darf, andere zu mobben und, dass niemand eingreift. Das Problem ist, dass ausgeprägte gruppendynamische und soziale Probleme nicht thematisiert und nicht behandelt werden, und das schon seit sehr vielen Jahren. Das Problem ist, dass Machtspiele und Dominanz in nahezu jeder sozialen Gruppe eine wesentliche Rolle spielen und kaum jemand sinnvoll damit umgehen kann. Unsere Eltern sind in einem Gefüge von Macht groß geworden, wir haben nicht mehr gelernt was es heißt auf Augenhöhe zu agieren und fair miteinander umzugehen. Unsere Kinder wachsen unter Erwachsenen auf, deren Gefüge von Macht, Ohnamcht und Fairness und Miteinander vollkommen gestört ist. Wie sollen diese Menschen miteinander Völkerball spielen?

Außerdem geht es ganz bestimmt nicht nur um Völkerball. Wettbewerb, Macht, Mobbing, Ausgrenzung und Reibung gehören in jede soziale Gruppe. Es kann niemals der richtige Weg sein diese Konfliktpunkte auszuschalten und sie nichtig zu machen. Viel mehr müssen unsere Kinder und wir lernen, mit Reibung und Wettbewerb gut umzugehen. Diejenigen, die etwas gut können sind dazu verpflichtet, die anderen mitzunehmen. Stolpert einer, soll man ihn an die Hand nehmen und ihm aufhelfen – nicht nachtreten. Versteht einer die Mathe-Aufgabe nicht, soll er nicht ausgelacht werden sondern ihm geholfen werden. Und Sportunterricht, der sollte dazu dienen, jungen Menschen Spaß an der Bewegung zu geben, Lust auf Gruppe und Team zu machen und das Miteinander zu schulen. Wettbewerb und Ausgrenzung sollten überhaupt keine Rolle spielen denn sie bewirken lediglich das exakte Gegenteil.

Meiner Einschätzung nach sind wir von einer guten Lösung weit entfernt. Personalmangel, volle Schulklassen, z. T. schlecht geschulte Pädagogen, auffällige Kinder, eine vollkommen disfunktionale Inklusion und viele viele Jahre verschlepptes Verhalten machen es nicht leicht das Ruder rum zu reißen. Ganz sicher sollte jeder von uns im Kleinen anfangen sich selbst und seine Kinder zu sensibilisieren. Aufmerksam mit sich selbst zu sein, sich zu hinterfragen und seinen Mitmenschen zu zeigen, was es heißt für einander da zu sein – damit fängt es an und damit ist schon eine ganze Menge getan.

Kleiner Triathlon

Ich kann nicht gut Mittelmaß. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es immer doll; immer ein bisschen drüber. So war es auch in Sachen Sport immer die selbe Leier. Ich begann etwas, stiegt voll ein entwickelte schnell großen Ehrgeiz. Höher, schneller, weiter. Ich wollte bitte immer die beste sein, wenigstens aber vorn dabei. Es damit dabei immer wieder verloren ging war der gesunde Blick auf mich selbst. So ging ich stets über die Schmerzgrenze und tat meinem Körper sicher nicht nur gutes.

Vor einigen Jahren entdeckte ich das Laufen für mich und lief mit einer Freundin drei mal die Woche. Trotz starker Schmerzen nach etwa 5km machten wir mehr, gegen allem inneren Widerstand. Einige Jahre ging das so, ich prügelte mich den Deich entlang, für was auch immer. Irgendwann schlief die Sache ein, zum Glück dachte ich. Das Laufen verteufelte ich, hatte es mir doch nie gut getan. „Nicht mein Sport“ war die klare Bilanz und die Sache war durch. Ganz losgelassen hat es mich dennoch nicht, denn eigentlich mochte ich es; irgendwie.

Vor einigen Monaten bin ich es nun nochmal angegangen. Ich, allein. Zuvor habe ich ein paar Kleinigkeiten mit mir besprochen: Nie gegen inneren Widerstand, kein Wettbewerb, keine Schmerzen. Ich laufe langsam und viel weniger. Ich verausgabe mich nicht mehr und vor allem tue ich es nur für mich. Morgens, wenn ich das D-Hörnchen zur Kita gebracht habe, gehe ich direkt an den See. Zwei mal in der Woche, manchmal aber auch nicht. Inzwischen freue ich mich auf diese kurzen Intermezzi mit mir. Endlich ein Raum, in dem die Gedanken plätschern können und alles ganz leicht ist. Nach der Runde gehe ich in die Dusche und radle dann zur Arbeit. Ein kleiner Triathlon, nur für mich, weil ich es verdient habe einfach mal kurz zufrieden zu sein.

Der kleine Unterschied

Ob ich in diesem Jahr sportlich ambitioniert bin, wurde ich gefragt. Ich habe eine Weile nachdenken müssen um das zu beantworten und bin zu folgendem Schluss gekommen: Meine größte sportliche Herausforderung liegt in diesem Jahr darin, den Unterschied zwischen „Lust auf Sport“ und „Lust auf dünn-sein“ herauszufinden. Für mich persönlich eine harte Nuss!

Tatsächlich nämlich habe ich in den letzten Jahren viel daran gesetzt die Spuren von 34 Jahren Leben und vier Schwangerschaften zu verwischen. Ich habe meinem Körper den coolen Deal vorgeschlagen: Ich bewege dich viel und gebe dir wenig zu essen, dafür machst du, dass wir aussehen wie 16! Mit großen Ideen wie ‚vor dem Frühstück 10km laufen‘ habe ich versucht meinem Teil der Abmachung einzuhalten und muss euch nun mitteilen: Klappt nicht! Und viel schlimmer noch, es macht nicht mal Spaß! Und so stelle ich mich neuen Herausforderungen!

Mit 34 sieht man aus wie mit 34. nach vier Kindern sind manche Stellen an so nem Körper anders als andere. Essen macht Freude und tut gar nicht weh und niemand auf der Welt mag mich mehr nur weil mein Bauch weniger wabbelt. (Sollte das anders sein kann der jemand mich mal!!) Und wenn ich wirklich Lust habe mich zu bewegen, dann tu‘ ich das, und zwar mit Freude. In den letzen Tagen bin ich viel Rennrad gefahren. Es war herrlich und Balsam für die Seele. Ich quäle mich nicht in diesem Jahr, ich versuche es mal mit glücklich sein.

Ups, vergessen! 

Eben fällt es mir wie Schuppen von den Augen, ich habe etwas vergessen! Vollkommen aus dem Hirn geflutscht war es mir, Mist! Ich bin eigentlich nicht sehr vergesslich und dass mir etwas so ganz und gar entflohen ist, das ist länger her. Nun gut, ich werde mit den Konsequenzen leben müssen. 

Heute ist City-Triathlon in Bremen und da wollte ich eigentlich hin. Ja, schade nur, dass ich vergesse habe zu trainieren. Vor einem Jahr war ich ambitioniert und ganz optimistisch. Ich lief spielend die 10 km und das Radfahrern hätte mich nicht viel Mühe gekostet; na ja, nach dem laufen vielleicht schon. Einzigst das Schwimmen bereitete mir etwas Sorge, dennoch war ich sogar ein Mal in einem Schwimmbad. Tja, und irgendwann danach habe ich es leider verkackt. Bestimmt nicht vorsätzlich, nein! Ich habe es eben vergessen. 

Die Konsequenzen? Ich nehme nicht Teil! Und ganz nebenbei habe ich auch keinen BMI von 20, trage nicht Kleidergröße 34 und lag nicht den ganzen Sommer im Bikini am Strand. Aber was soll das denn auch. Für den Bikini war es viel zu kalt, BMI ist relativ und Kleidergrößen sind Beschiss. Zeit hatte ich eh zu wenig und glücklich bin ich ja ganz offenbar auch ohne Triathlon. Und vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr. 
… vielleicht. 

Laufen

Eigentlich wollte ich euch heute Bilder meiner liebsten Laufstrecke zeigen. Eigentlich wollte ich mich darüber freuen, dass es grad so gut läuft und ich mich mit meinen 10 km immer wohler fühle. Eigentlich. Leider bin ich gestern Abend die Treppe runter gefallen und nun sind meine Zehen blau. Blau und dick. Und nun läuft gar nichts mehr. Um nicht zu übertreiben, ich kann laufen, aber es tut au. 


Nichtsdestotrotz hier ein paar Bilder. Ich liebe es derzeit durch das hohe Gras zu laufen, immer unten am Wasser entlang. Dank meiner Schuhe (Vibram fivefingers) machen Schmodder, Lehm und Matsch mir nichts aus. Deutlich anstrengender ist es so, aber gleichzeitig Balsam für die Seele. Manchmal bemerke ich kilometerlang nicht, dass ich laufe. Keine Menschen, kein Krach, keine Gedanken. Ich mag das sehr. Wenn ich dann nach etwa 7km wieder auf Asphalt komme, ist es wie ein kleiner Schock. Hart, voll und irgendwie ganz anders. Vielleicht sollte ich einfach die selben 7 km wieder zurück laufen! 

Schwimmen

Auf dem Weg zur Super-Olympionikin habe ich mich nun ans Schwimmen heran getraut. Früher einmal war ich eine gute, ja wirklich gute Schwimmerin. Ich habe ein DLRG Schwimmabzeichen, konnte diverse Schwimmstile und irre lang tauchen. Ich war sogar halbwegs schnell. Früher. Das ist so etwa mit 12 gewesen, also damals; mit etwa 42 kg und einem Körper der bereit war sich schnell etwas anzueignen – Bewegungsabläufe, Muskelmasse,… Irgendwie ist früher vorbei. 

Nun, ich hüpfte also motiviert mit meiner Nagelneuen Schwimmbrille (ein dickes DANKE an den Menne) in das Becken und legte los. Der Versuch sportlich loszukraulen scheiterte fast im Ersaufen, so entschied ich mich für sportliches Brustschwimmen. Nicht gut aber ok. Um es kurz zu machen, ich schaffte 12 Bahnen a‘ 50 Metern, also 600 Meter. Hiernach war ich deutlich außer Atem und dem Tode geweiht. 600 m sind aber schon beinahe die Hälfte der geforderten 1,5 km, somit sah ich einen Anfang als gemacht. 

So lange bis sich heraus stellte, dass die 50m Bahnen in Wirklichkeit nur 25 Meter waren und ich somit nach lächerlichen 300m völlig am Ende war. Ist es hoffnungslos???

Triathlon 2

Mein Kleines und ich haben uns gut aneinander gewöhnt. Ich habe etwas an seinem Lenker rumgemacht und den alten Rennradlenker gekürzt. Nun fahre ich ein sportliches Hörnchen, mit dem ich entschieden besser zurecht komme. Auch an die oldshool Schaltung habe ich mich gewöhnt, so dass ich inzwischen 8 von 12 Gängen ansteuere. Für die restlichen gibt es hier einfac zu wenig Steigung. 

Leicht hapern tut es an einer sinnvollen App. Ich benutze die Free-Version von ‚Runtastic‘. Diese bietet leider wirklich nur das absolute Minimum an Funktionen. So kann sie mir zwar eine Durchschnittsgeschwindigkeit ausspucken, bemerkt es aber nicht wenn ich drei Minuten an einer Ampel stand. So kommen trotz zunehmend guter Geschwindigkeiten traurige Zahlen wie 20,4 km/h heraus. Das ist schlecht für’s Ego! 

Das Laufen macht sich gut an. Die angestrebten 10 km schaffe ich; wenn auch in entsetzlicher Zeit. Aber daran kann ich ja noch viele Monate arbeiten. Was schrecklich ist, ist das schwimmen. Ich bin eine Schwimmniete und beim ersten Versuch ein paar zügige Bahnen zu ziehen bin ich fast ersoffen. Ob beim Triathlon Schwimmnudeln erlaubt sind?

Rennrad 

Gestern ist mein neues Baby eingezogen; das schon erwähnte Rennrad aus Papas Keller. Nach einem gründlichem Service-Checkup beim Fahrrad-Doktor (Reifen & Bremsen neu, Speichen und Bautenzüge nachziehen) konnte ich gestern Abend dann endlich eine erste Runde drehen. Da ich das Rad vor etwa 15 Jahren regelmäßig gefahren bin, dachte ich ganz genau zu wissen was mich erwartet. Haha

Ich bin raus. Die Sitzhaltung wollte mich töten, ich traue mich nicht mehr die tiefe Haltung des Lenkers einzunehmen und irgendwie haben meine Hände auch vergessen wo die Schaltheben sitzen. Es wird mich einige Arbeit kosten mich und das Rad wieder in Einklang zu bringen. Als erste Schritt wird der Lenker neu eingestellt; oder sollte doch ein neuer her? Und dann muss ich selber wohl noch kräftig wieder üben. Zunächst liegt meine Top-Zeit hiermit also bei 11 km in hilflosen 30 Minuten. Nicht gut. Gradezu dramatisch, aber ein Anfang ist gemacht. 

Triathlon 

Ich liebe die Herausforderung. Meine neuste Idee lautet: Triathlon. Klingt verrückt, oder? Ist es auch. Aber irgendwie habe ich begonnen zaghaft Blut zu lecken. Die angestrebte Disziplin wäre ein sogenannter ‚Olympischer Triathlon‘ mit nur 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen. 

 Laufen gehe ich eh, weitestgehend regelmäßig und gern. Fahrräder liebe ich heiß und innig, das sollte kein Problem sein die alte Liebe aufblühen zu lassen. Bleibt das schwimmen. Heute waren wir im Bad und ich habe festgestellt, dass ich es zwar irgendwie noch kann, von 1,5 km (das sind 60 Bahnen) aber wirklich weit entfernt bin. Was also tun. Was mir fehlt ist ein zweiter Bekloppter, der sich berufen fühlt den Quatsch mit mir anzugehen. Was mir nicht mehr fehlt zu meinem Glück: Ein tolles Fahrrad! Das hoffe ich gefunden zu haben. Mein Papa hatte früher ein altes pinkes Rennrad und das gibt es noch. Ich kann es kaum erwarten den Kellerfund zu sichten und herauszufinden ob es nochmal gangbar zu machen ist. 

Für heute ist mein Soll erfüllt; sechs Studnen Schwimmbad mit vier Kindern und Magenschmerzen. Das ist mindesten so viel wert wie 60 Bahnen schwimmen.