Knock on wood

Vor wenigen Tagen sprach ich mit meiner Schwester. Eines ihrer Kinder war krank, überhaupt war das Jahr bisher eher unruhig. Ich lehnte mich recht weit aus dem Fenster und lobte, dass bei uns bisher wenig war. Wie dumm kann man sein, dachte ich noch, und klopfte auf den Tisch.

Heute morgen um sieben begann das Trauerspiel. D-Hörnchen übergab sich, er war elend. Aus der Traum, hallo Realität. Und irgedwie ist es doch immer wieder das gleiche. Alles auf Holz klopfen, bangen und bitten nützt am Ende nichts. Eben habe ich einmal nachgelesen, was es denn mit diesem Holz und dem klopfen auf sich hat.

Früher klopfte man auf ein Holzkreuz um Gottes Segen zu erhalten. Übrig geblieben ist von diesem Brauch nur noch das Holz – und, das ist viel wichtiger, die Tatsache, dass man sein Glück niemals aussprechen darf, da dies böse Geister anziehe. Tja! Da liegt mein Fehler auf der Hand. Ich werde an mir arbeiten! Muss lernen meine Zunge zu zügeln; böse Geister kann hier keiner brauchen.

Breaking bad 

Wenn Kinder sich nachts übergeben ist das nie schön. A-Hörnchen hat jedoch in der vergangenen Nacht  die mit Sicherheit dummste Variante gefunden dieses negativ-Ereignis zu celebrieren. Als in der Nacht gegen drei der Brechreiz kam, verließ das A-Hörnchen vorbildlich sein Bett. Vorbei an seinem Mülleimer und einer leeren Spielzeugkiste, schaffte er es auf den Flur. Es glückte ihm sogar noch vorbei am Abstellraum zu kommen, in dem sich neben einem Waschbecken, diversen Plastikkisten und Eimern auch das Katzenklo befindet, das zur Not als Überdruckbehälter in Frage gekommen wäre. 

A-Hörnchen aber peilte die Treppe an um runter zu kommen zum Bad. Löblich! Wenn da nicht auf der zweiten Stufe von oben hätte kapitulieren müssen. Somit ergoss sich das leidige übel auf der mit Teppich belegten Treppe, von ganz oben bis ganz unten. Er traf nicht nur die Stufen sondern auch die Wand, die Handläufe und die daran hängenden Rucksäcke und Fahrradhelme. Ein Rundumschlag, ein voller Erfolg. 

Ein Lob gilt hier dem Menne, der das ganze beseitigte während ich noch immer mit Fieber im Bett lag. 

Der Sieben-Punkte-Plan

Nachdem in den vergangenen Jahren endliche Magen- und Darmwellen durch unser Haus geschawappt sind, gibt es inzwischen gewisse Abläufe zur Nacht, die fest eingehalten werden müssen. 

1. Waschmaschine & Trockner sind leer und startklar. 

2. An den Betten stehen Schüsseln

3. In jedem Bett sind so wenig Stofftiere wie irgendwie möglich. 

4. Die Teppiche werden, sofern möglich, aus dem direkten Schussfeld gerückt. 

5. Vor dem Bett liegen keine Spielsachen. 

6. Im Bett des betroffenen Hörnchens liegt eine zusätzliche Wassersichte Unerlage. 

Der wichtigste Punkt aber, ist Punkt 7:

7. Ich esse so viel Schokoalde wie ich schaffe. Denn so gute Chancen davon nicht dick zu werden habe ich nie wieder. 

Season opening 

Was lange überfällig war, ist heute endlich eingetreten. Ein Kind ist krank geworden; nach all meinen Erfahrungen etwa zwei Monate zu spät. Aber nun ist ja alles gut. Grade als Ima und Opa bei uns zu Besuch waren geschah es, das D-Hörnchen erbrach den gesamten Tag in unsere Küche. Ganz hervorragend abgepasst, denn alle Hörnchen waren in unmittelbarer Nähe und konnten somit ungehindert die fein-verträufelen Kotz-Erreger einatmen.

Einer amtlichen Epidemie steht somit nichts mehr im Wege. Heute Nacht bekommen es zwei weitere Hörnchen, morgen dann ich. In der Nacht darauf das letzte Kind und wenn alle wieder gesund sind bekommt es der Menne. Der bekommt es nämlich am strategisch klügsten, genau dann wenn wieder Luft ist sich auszuruhen. Ich hingegen bekomme es im Chaos und muss mir im schlimmsten Durchfall die Toilette mit zwei kotzenden Kindern teilen. Herrlich! 

Ich seht, ich bin voller Vorfreude und muss kaum erwähnen, dass ich morgen an der Uni ein Referat halten muss. Das ist nämlich ebenfalls eigenartiger Teil einer ordentlichen Epedemie. Timing ist eben alles. 

Bis einer kotzt

Ich höre Schreie aus dem Kinderzimmer. Auf der Treppe kommt mit ein weinendes C-Hörnchen entgegen; von oben bis unten vollgekotzt. Wärend der Menne das Kind ins Bad führt um es zu waschen, beginne ich das Bett zu inspizieren. B-Hörnchen, die der Tage bei ihrer Schwester geschlafen hatte, erklärt mir dann:

„Sie wolle ausprobieren, wie tief die ihre Hand in den Hals schieben kann. Ging ziemlich tief!“ 

Was für eine Erleichterung! Kein Magen-Darm. Was für eine Dunnheit…Und was für eine Erkenntnis! Wenn man das mit fünf schon weiß, dann muss man das mit 14 nicht mehr machen. 

Freitag 

Herrlich, so ein freier Tag! Seit ich drei Tage die Woche mein Praktikum absolviere, ist mir der Freitag wirklich heilig. Haushalt, ein wenig Uni und ein ganz bisschen Zeit für mich. Ein Gedicht! 

Ganz besonders schön gestaltet sich so ein freier Freitag wenn nachts, in der aller ersten Stunde des Freitags, das D-Hörnchen wunderbar alles vollko**t. In erster Instanz den Papa, in zweiter dann auch Bett und Boden. Ganz wundervoll. 

So ein freier Tag hat wirklich was für sich. Nur ich, mein Haushalt, drei Maschinen Wäsche, der Kotzeimer und das D-Hörnchen. Ganz wundervoll. Ehrlich, besser kann man sich es doch kaum vorstellen. 

Das ist dann wohl besser so 

Hier ist malwieder das Chaos ausgebrochen. B-Hörnchen Grippe, A-Hörnchen hat Magen Darm. Ich habe das Gefühl ununterbrochen von einem zum anderen zu laufen; getrieben von der Angst es a) auch zu bekommen und b) die Kleinen nicht beschützen zu können. Es ist nicht schön, ganz und gar nicht. 

So saßen wir (noch) gesunden im Wohnzimmer und C-Hörnchen brachte es auf den Punkt:“ Es wäre wohl besser wenn D-Hörnchen und ich bei Oma schlafen! Sonst werden wir auch noch krank!“ Gesagt getan, nach kurzer Schützenhilfe hatte das Hörnchen Oma am Telefon. Fix hatte sie sich und den Bruder eingeladen und ich habe zumindest eine Sorge weniger. Was für ein kluges, umsichtiges Kind. 

…happy new year…

Um 23.23 Uhr lagen wir alle sechs in unseren Betten. Nach einer bombastischen Party war es nicht schwer, die Hörnchen zu überzeugen, dass die Party vorbei ist. So lagen wir Großen da, warteten auf das große Knallen und rekapitulieren das wohl entspannteste Silvester aller Zeiten. Gegen null Uhr war ich fast eingedämmert und beschloss den Tag mit dem Gedanken, dass zum Glück auch noch nie einer von den Hörnchen vom Geknalle wach geworden ist. 

Um 23.58 Uhr riss mich D-Hörnchens Schreien aus meinen Gedanken. Oben angekommen realisierte ich, dass er kotzte. Null Uhr erlebten wir inmitten eines Intermezzos aus Abendessen, Süßigkeiten und viel Sprudel. Es war überall. 

Nachdem er sich beruhigt hatte, schlief das entkäftete Würmchen in meinem Arm ein und so begann ich die ersten Minuten des neuen Jahres frierend auf dem Fußboden, bespuckt und mit Kind auf dem Arm. 

Happy New year. Möge jeder einzelne Tag besser werden als dein erster.