Wann denn?

In den vergangenen Tagen hat das D-Hörnchen in etwa 2000 mal gefragt, WANN wir endlich seinen Kindergeburtstag feiern. „Wann denn jetzt?“, „wann ist Sonntag“ und „wann kommen meine Freunde“ waren die Sätze, die er unermüdlich aneinanderreihte. Gestern dann endlich der große Einkauf. Er suchte Süßigkeiten, Kuchen, Getränke, Kekese und das Abendessen aus, einen übervollen Einkaufswagen schoben wir zum Auto. „Wann essen wir das alles?“ wurde der Liste der Fragen hinzugefügt, „wann kommen meine Freunde?“ Wir räumten mächtig im Haus auf, begannen alles vorzubereiten. „Wann denn?“ fragte er unermüdlich, „wann ist es so weit?“. Und endlich, als er gestern Abend ins Bett kroch, konnte ich antworten:“Bald!“

Heue Nacht um halb fünf weinte das D-Hörnchen ganz furchtbar. Ich lief rauf und fand einen glühenden kleinen Wurm. Er hatte hohes Fieber bekommen, hustete und hatte Halsweh. Ein bisschen Kuscheln und etwas gegen das Fieber halfen ihm wieder einzuschlafen. Ich dachte nur „oh nein!“. Um 11 Uhr kam er aus dem Bett, kränklich und angeschlagen und beim Frühstück sagte er:“Ich freue mich so, wenn meine Freunde kommen!“

Ich habe selten einen so enttäuschten Menschen gesehen. Mit hysterischem Lachen versuchte er das krampfhafte Weinen zu überspielen, kam dann auf meinen Schoß und sah mich mit glasigen Augen fragend an: „Und wann feiern wir jetzt meinen Geburtstag?“ Es brach mir das Herz und mir blieb nichts anderes übrig als zu sagen:“Bald, wenn du gesund bist.“

Manchmal verstehe ich Kurt Cobain

Manchmal kann ich mich nicht leiden. Da gehe ich mir selbst so richtig auf den Keks und ich könnte mir eine reinhauen wenn ich Gewalt nicht so verabscheuen würde. Manchmal ist das so. An so Tagen, an denen ich alles verpeilt und irgendwie im Weg stehe. Da will ich was nützliches machen und schmeiße mir selber Steine in den Weg.  Im Nachhinein kann ich dann über mich lachen; aber im ersten Moment ist es einfach nur zum kotzen wenn man malwieder bei Ikea den Schrank zu dem Regal gekauft hat, dass man gar nicht hat. Wenn man malwieder alles umtauschen muss und dann feststellt, dass man den Bon weggeworfen hat – weil man ja immer schon besser weiß, dass man den eh nie wieder braucht. Manchmal ist das so! Da bekommt man den ganzen Tag nix auf die Reihe, plant tausend Dinge und macht am Ende nichts. Manchmal fängt man alles an und stellt dann, wenn das Chaos am aller aller größten ist fest, dass man keine Energie mehr hat alles wieder aufzuräumen. 

Manchmal stehe ich mir so sehr im Weg, dass ich denke ich kann eigentlich allen andern auch nur im Weg stehen. Nervt. Manchmal eben. Zum Glück wirklich nur manchmal, und eigentlich auch nur ganz kurz. Dann meckere ich kräftig, werfe was an die Wand und schreie eine Tür an. Danach ist es dann besser. Noch nicht ganz gut, aber eben besser. Dann weiß ich schon wieder etwas genauer, dass ich eigentlich ganz ok bin. Und noch ein bisschen später habe ich wieder verstanden, dass ich in Wirklichkeit die beste bin. Und dass das wahre Problem bei Ikea liegt, die es nämlich nicht hinbekommen ihre beschi***nen Waren so zu deklarieren, dass man sie unfallfrei einkaufen kann. Unmöglich sowas! Da kann man ja nur Fehler machen! Und wenn ich schon den Fehler mache, nicht auszudenken wie ausgeliefert all diese durchschnittlichen Menschn nur sein müssen, die nicht so fabelhaft sind wie ich. 

Jetzt ist es besser! 

Hallo, 9. November 

Und dann wählte sie einen alten Mann mit einem Flokati auf dem Kopf. Und auch wenn das unverständlich und dumm klingt, so überrascht es nicht. Andere haben zu anderen Zeiten einen einen Giftzwerg mit Bartding gewählt, wieder andere wählen die Afd. 

Erneute Panik legt sich über mich. Passiert das in echt? Jap! Offenbar tut es das. Und ein kurzer Blick auf Trumps Wahlversprechen erklärt dann alles. Weniger Steuern, viel Geld und alle bösen, pseudo-bösen oder die, die böse werden könnten oder die, die einen bösen kennen oder die, die so aussehen, als ob sie mal böse werden könnten , schicken wir weg. Dumm, rassisch, verlogen und leider wirksam. Denn, das haben wir aus der Geschichte gelernt, der Mensch in Panik ist dumm genug alles zu glauben, wenn es nur die Verbesserung seiner eigenen Situation in Aussicht stellt. 

Da ist er also wieder, der 9. November. Mal sehen was er dieses Mal bringt. Nichts gutes, das steht fest. Bleibt die Frage wie schlimm es wird. 

Was mir bleibt ist, dass ich es auf dem Klo erfahren habe. Und wenn in 30 Jahren meine Enkel fragen:“Oma, wie hast du erfahren, dass Trump Präsident ist?“ kann ich sagen:“Auf dem Klo!“ Das machts nicht besser aber irgendwie … doch. 

Warum machen Sie denn sowas

Ich saß gestern Abend in der Straßenbahn. Draußen regnete es junge Hunde und ein Mann stieg mit seinem Fahrrad ein. Der Reifen war platt und nass, der Mann auch. Ächzend bugsierte er das tonnenschwere Rad an einen der raren Stellplätze und fummelte mit seinen klammen Händen Kleingeld aus der Jackentasche. Er stellte fest, dass der nächste Fahrkartenautomat einige Meter entfernt war, was ich gut daran erkennen konnte, dass er mit Kleingeld und Fahrrad in der Hand dort stand um hilflos um sich schaute. Ich stand auf und fragte, ob ich kurz sein Rad halten sollte. Der Mann bedankte sich und zog los, sich eine Fahrkarte zu kaufen.

Ich stand da also, hielt das Riesenrad am Lenker und hatte so meine mittlerer Mühe das wirklich große Herrenfahrrad in der fahrenden Bahn zu halten. Egal, für die drei Minuten wird es gehen. Am Heck des Rades sass eine ältere Dame, die sichtlich Bedenken hegte, das böse (erstaunlich saubere) Fahrrad könnte ihre Jacke berühren. Übertrieben rückte sie immer weiter ab und verzog ein Gesicht als hätte sie im Regen einen Platten gehabt. Dann sah sie mich pikiert an und sagte:„Warum machen Sie denn sowas?“ Wiedereinmal stand ich sprachlos in der Bahn. Ich habe faktisch fast nichts getan. ich habe ein lächerliches Fahrrad festgehalten, wenige Minuten lang. Ich habe mich nicht angestrengt, kein Geld ausgegeben, mich nicht in Gefahr gebracht oder sonst irgend ein Opfer gebracht. Ich habe ein Fahrrad festgehalten. Man man. Ich blickte die Dame fragend an und sagte:“ Damit der Herr sich eine Fahrkarte kaufen kann.“ In diesem Moment kam der nasse Mann zurück. Er bedankte sich noch einmal, nahm sein Rad. Ich setzte mich wieder und die Frau schüttelte fragend den Kopf.

Das Floß

Heute haben wir Plätzchen gebacken; Osterplätzchen. Wie immer haben alle Hörnchen ambitioniert mitgemacht. Ins besondere C-Hörnchen hat tolle Dinge kreiert. Gnubbelige Fladen, knubbelige Knäule und flatschige Klumpen. Das Highlight war eine Art Osterkorb oder Döschen im XXS Format. Das liebevoll zusammengezimmerte Teil war am Ende etwa 1 cm groß und enthielt sicher mehr Speichel als Teig, aber sie war so stolz!! Alles wanderte in den Ofen und C-Hörnchen freute sich enorm auf den Verzehr des so getauften Floßes!

Während die Kekse im Ofen waren, sind die Hörnchen spielen gegangen. Auch als sie schon lange zum Abkühlen in der Küche lagen, waren alle Hörnchen noch gut beschäftigt. Da kam der Menne des Weges, griff einen Keks und ging weiter. Etwa eine Stunde später wurde das Ausmaß dieser unbedachten Handlung klar: Der Menne hatte im Vorbeigehen zielsicher das Floß erwischt. Dies stellte C-Hörnchen fest, als sie es später probieren wollte und dieser Wichtigste aller Kekse verschwunden war. Es folgten viele Tränen und noch mehr Entschuldigungen.. Aber so ein versunkenes Floß ist schwer wiederzubeschaffen. Armes C-Hörnchen…

   
    
   

Zerreißprobe

Zu Weihnachten basteln Kinder in Schule und Kindergarten gern hübsches für ihre lieben Mütter. So auch meine Hörnchen in diesem, bzw. letztem Jahr.

A-, C- und D-Hörnchen überreichten mir je ein selbstgestatltetes Bild von sich oder ihrer Gruppe, hübsch gerahmt. Ich freute mich über jedes der Geschenke und wusste, dass ich sie für immer aufbewahren würde. 

Auch B-Hörnchen brachte ein Paket mit nach Hause. Sie versteckte es sorgsam bis zum 2. Weihnachtsfeiertag. Dann legte sie es auf den Küchentisch und begann zu sinnieren, wem sie dieses Geschenk wohl schenken könnte. Ich zeigte ihr auf, dass ihre Geschwister diese Geschenke MIR geschenkt hätten, und dass es für Mütter etwas besonders Schönes wäre, so ein Geschenk zu bekommen. 

B-Hörnchen blieb hart und sinnierte weiter. Sie bedachte alle Omas und Uromas und konnte sich dennoch nicht entscheiden. Wem nur dieses Geschenk schenken. Nach einigen Tagen bat ich meinen Menne darum, dem B-Hörnchen noch einmal ins Gewissen zu reden, damit ICH das Geschenk bekäme. Nichts geschah. Auch an Silvester lag das Geschenk verschlossen am Küchentisch und ich begann langsam mir eine Strategie zurechtzulegen, nicht zu weinen, wenn Uroma das Geschenk bekäme. 

Gestern dann geschah das unglaubliche: B-Hörnchen überreichte mir feierlich das Geschenk. Und ich habe mich so gefreut!! 

Übersetzungsfunktion

Ich habe einige Freunde bei Facebook, die arabisch sprechen. Heute fand ich ein Bild:
 zu dem viele viele Kommentate abgegeben wurden. Leider alle auf arabisch. Also machte ich mich daran, das gute Facebook die Konnentare übersetzen zu lassen. Hier das ‚best of‘ für euch:

allah<3 = Stephan<3

روعه.جدا.انك.لمتمكن = Schön. Du bist. Für kann. 

السﻻم لكي يامريم = Um die Lam so will es kam. 

حلوه اوووووى = Ooh Atombombe süße 

خطرت حمامه في بيت زكريا: وفي آميالها أعطت سلام: فخرجت ذات العقوريه: للقاء سيده مونشىء الآنام- Johannes nieder im Bauch der Macht. Woody Kind bein niederlegst nicht hochladen 
خطرت حمامه في بيت زكريا: وفي آميالها أعطت سلام: فخرجت ذات العقوريه: للقاء سيده مونشىء الآنام- = Kam in seinem Bad Haus Zakaria: und in ihrer Mutter gab Frieden: sie ging mit ihrem Strafpunkt zu Mrs. Moon jetzt etwas schlafen

Da kann man es doch vielleicht einfach lassen so eine Funktion anzubieten, wenn alles was diese kann ist, Kommentare zur Unkenntlichkeit zu verstümmeln. Grässlich. Und ein bisschen lustig. 

Backofen kaputt

C-Hörnchen hatte in ihrem Adventskalender ein Playmobil Backblech mit Keksen drauf. Noch bevor sie sich eine Sekunde darüber gefreut hatte, begann C-Hörnchen fürchterlich zu weinen. 

Fragend sah ich sie an und versuchte herauszufinden, was denn nur los wäre. Dann stammelte mein Kind unter 1000 Tränen:“ Die Klappe von mein Backofen ist abgefallen!“

Ich verstand! Sie hat in ihrem Zimmer ein Playmobil-Haus, und dieses wiederum hat eine Küche mit einem Backofen. Und was um alles in der Welt soll das arme Kind mit Keksen auf einem Backblech, wenn die Klappe vom Backofen ab ist? Zum Glück konnte Papa den Fehler a’la Minute beheben und die Kekse endlich abgebacken werden. 

Schlappi

C-Hörnchen hatte, als sie klein war, ein Schnuffeltuch namens „Schlappi“. Vor etwa einem halben Jahr beschloss sie, dass sie zu groß für ein Schnuffeltuch wäre und legte es ab. Gut drei Monate lag Schlappi so da und er wurde vergessen und zog in den Schrank um. Nach letztlich einem halben Jahr nahm ich Schlappi mit zum Flohmarkt und verkaufte ihn. 

Heute saß C-Hörnchen auf dem Schaukelpferd und voltegierte. Plötzlich schoss es verzerrt von Schmerz aus ihr heraus:“Ich will Schlappi haben!!“ „Oh mein Gott!“ Das war mein erster Gedanke. Was soll ich denn jetzt nur tun? Und warum jetzt? Und: wird sie jemals aufhören zu weinen???

Sie hörte auf. Aber erst nachdem sie sich vom D-Hörnchen ein anderes Schnuffeltuch ausleihen konnte; so lange bis ich auf dem Flohmarkt einen neuen Schlappi gefunden habe. Und ich bin mir sicher: So traumatisiert man die Messis von morgen.