In der Ruhe liegt die Kraft

Gestern habe ich am „die schlechteste Mutter der Award“ teilgenommen und erfolgreich den ersten Platz gemacht. Am Abend war ich mit dem Fahrrad unterwegs, schnell das D- Hörnchen von seiner Freundin abholen. Ich war in Eile, es war kalt und irgendwie war der Tag bisher nicht mein Freund gewesen. So hetzte ich durch die kalte Dunkelheit um möglichst schnell meinen kleinsten nach Hause zu bekommen. Damit er die paar 100 Meter nicht zu Fuß, und damit viel zu langsam, zurücklegen muss, beschloss ich in das kurze Stück eben auf meinem Gepäckträger zu transportieren. Natürlich war mir bewusst, dass das A) gefährlich, B) Sau dumm und C) verboten ist. Trotzdem schaltete ich erfolgreich mein Gehirn aus und startete auf die kurze Reise.

Es kam wie es kommen musste! Entgegen aller Anweisungen hat das D – Hörnchen seine Füße nicht weit genug von den Speichen entfernt und geriet tatsächlich mit einem Fuß in die Speichen. Sein Winterstiefel, den er durch die Bewegung des Rades verlor, verhinderte Schlimmeres und blockierte das Rad. Trotzdem hat der Fuß einiges abbekommen. Er hat Abschürfungen, blutete und hatte natürlich furchtbare Schmerzen. Ein Besuch im Krankenhaus bestätigte zum Glück, dass nichts Schlimmeres passiert war. Vor allem aber bestätigte er, dass ich wirklich vollkommen dämlich und unverantwortlich gehandelt hatte.

Die Eile, so scheint es mir immer wieder, ist die größte Feindin der modernen Mutter. Wir sind immer in Eile! Wir machen immer alles schnell. Wir hetzen von Termin zu Termin, organisieren zwischendurch dies oder das und sind immer auf dem Sprung. Die Eile erlaubt uns Dinge, die die Vernunft und das Herz untersagen würden. Was also hilft uns gegen dieses Verhalten? Wir müssen aufhören uns zu beeilen! Nur ist das natürlich leichter gesagt als getan. Ich für meinen Teil beeile mich selten, oder sogar fast nie, weil ich zu spät losgegangen, verschlafen oder etwas vergessen habe. Ich bin gut organisiert, streng durch getaktet und trotzdem ist mein Tagesablauf oftmals so knapp, dass ich mich chronisch beeilen muss. Der Schlüssel aus dieser Spirale auszubrechen ist also nicht bessere Planung oder ein klügeres System, der Schlüssel ist es weniger Stress zu haben, weniger Termine, weniger Verpflichtungen, weniger Verantwortung. Gute Entscheidung zu treffen, und vor allem auch auszuführen braucht nun mal ein paar Minuten länger als irgend etwas „husch husch“ daher zu machen. Mein Lernstück für diese Woche also ganz klar: in der Ruhe liegt die Kraft!

Ausgebremst 

Anrufe aus der Schule verheißen in der Regel nichts gutes. Der heutige war übel. „A-Hörnchen ist gestürzt. Er hat keine Platzwunde aber viel fehlt nicht. Sehen Sie sich das mal lieber an!“ Also fuhr ich los. 

In der Schule fand ich ein wimmerndes Häufchen Kind. An der Augenbraue eine riesige Beule; wirklich riesig. Das Kind weiß im Gesicht. Mit viel Mühe und Tränen haben wir es nach Hause geschafft. Von da an ging es abwärts.  Schwindel, kotzen, kotzen, Schwindel. Schnell war klar, wir müssen ins Krankenhaus. Und so ist es nun. Mitten im Weihnachtstrubel, Urlaubsplanungen, Job-Chaos und all dem hängen wir nun im Kankenhaus. Für mindestens 24 Stunden, denn so ist das eben. Und es ist ok. Genau genommen ist es beinahe friedlich. Und morgen auf bestimmt alles wieder gut. 

Mein armes Kind trägt es mit Fassung. Erstaunlich viel Fassung. Sogar die Tatsache, dass ich irgendwann weg muss und erst morgen wieder komme schient ok zu sein. Cooles Kind, echt!!

Kack de Malör

Ich war grad dabei die Waschmaschine zu bestücken. D-Hörnchen hatte sich im Kindergarten in die Hose gemacht und war zu allem Unglück auf dem Weg nach Hause in eine Pfütze gefallen. Das Resultat waren zwei nasse Komplettsätze Wäsche. Alles kein Problem. 

Als ich die Maschine grad angeschaltet hatte, rief ein verzweifeltes C-Hörnchen aus dem Bad. Ich öffnete die Tür zu selbigem und sah sie fragend an. Da sprach mein Kind:“Ich hab vergessen die Hose runterzuziehen!“ Und da stand sie. In ihrer schicksten Latzhose und leider irgendwie nass. So ein blöder Unfall. 

Beherzt zugegriffen 

Ein kleiner, kurzer Lacher für euch: Ich habe eben das Bad geputzt und nehm so ein Schränkchen hoch und höre nur noch ‚plopp‘. 

Da sind nur meine Ohrringe ins Klo gefallen. Dieses war nämlich grad offen, da es als nächstes gereinigt werden sollte. Und zu meinem großen Glück hatte ich die Klobürste grad rein gesellt, so dass sich die Ohrstecker in den Borsten der Klobürste verfingen, leider eher unterhalb. Ein beherzter Griff gefolgt von noch viel beherzterem Händewaschen rettete die Klunker. Held der Arbeit.  

5 Liter Apfelsaft 

Mein Opa hat letzten Herbst mosten lassen. Fast 100 Liter Apfelsaft waren das Ergebnis; abgefüllt in praktische 5 Liter Säcke, aus denen man dann zapfen kann. Lecker und hier bei uns der letzte Schrei. Opa-Saft ist ja einfach noch drei mal besser als Saft-Saft. 

Zuletzt lagen in unserem Kühlschrank noch zwei Beutel des kostbaren Gutes. Bis gestern Abend das Allerdümmste passierte. Beim Öffnen des Kühlschranks geriet ein Sack ins Rutschen und plumpste aus gut 1.50m Höhe auf den Boden. A-Hörnchen, der den Schrank geöffnet hatte, war machtlos. Er konnte nur noch schreien und dem Sack beim Platzen zusehen. 

Es war ein Schlachtfest. Überall Saft. Unter den Schränken, unter dem Laminat, überall. Nun steht der Kühlschrank mitten in der Küche, das Laminat ist zum Teil raus. Das Zeug ist in jede Ritze gelaufen und klebt jetzt vor sich hin. Trotz inzwischen dreimaligem  Wischen wird es nicht wieder weniger eklik. So ein Saukram. Und das schlimmste: Seit der Putzorgie habe ich einen Ohrwurm von den Fanta 4: Gib mir deinen Saft ich gib dir meinen…. 

Im stehen

Mein Neffe (3,5 Jahre alt) war zu Besuch. Stolz kam er vom Klo und verkündete:“Ich hab im stehen Pipi gemacht!“ Meine Schwester erklärte ihrem Sohn klar und deutlich, dass er nicht im stehen Pipi machen solle und dass das unschöne Spuren hinterlässt. Und noch während ich diese Spuren beseitigte, quäkte C-Hörnchen aus dem Off:“Ist nicht schlimm! Ich mach hier auch manchmal im stehen Pipi!“ 

Nachdem mein Töchterchen dargeboten hatte, wie genau sie im stehen auf Klo geht, wusste ich zum einen endlich was da manchmal auf meinem Klo passiert und musste zum anderen ein paar deutliche Worte an mein Kind richten. 

Neues aus der Dusche

Ich in der Dusche. Nass und nackt. 

Das D-Hörnchen rennt ins Bad und beginnt irgendwas zu tun. Ich beschließe, das mir das egal ist und setzte den teuflischen Plan, mich schnell zu waschen, weiter in die Tat um. 

Beim auswaschen der Haare begehe ich einen fatalen Anfängerfehler: Ich schließe die Augen! Das nächste was ich höre ist das Stimmchen des Hörnchens: „Is auch duden!“ Und dann war er schon da.

Angezogen und nass. 

Im selben Moment klingelt es an der Tür. Der Postmann. A-Hörnchen bittet ihn höflich herein, „Mama ist nur duschen“. Er lehnt ab. Immerhin ein kleiner Erfolg. 

Gandalfs Haar

Das Telefon klingelt gegen Mittag. Die Lehrerin vom A-Hörnchen, welches heute morgen als Ganfalf verkleidet zum Fasching gezogen ist. 

Er hätte ein Haar seiner Perücke verschluckt und sie bekämen es nicht raus. Es täte sehr weh, ich solle kommen. 

Unterwegs telefonierte ich schnell mit dem Kinderarzt, welcher mir versicherte, dass das Haar sicher unangenehm und Bäh ist, jedoch sicher nicht schlimm. In der Schule angekommen dann die Not-OP. In einem leeren Raum auf dem Fußboden, das Haar etwa 60cm lang, 20 extern 40 intern. Brechreiz, Panik, Tränen. Und dann war es raus. Und alles war gut. Und die Party ging weiter. Und Mama war der Held; und A-Hörnchen!!

Augen auf im Straßenverkehr 

Gestern wurde vor der Schule meiner Hörnchen, direkt nach Unterrichtsschluß, ein Junge angefahren. Gottseidank ist nicht viel passiert; ein großer Schreck und eine Platzwunde. 

Nichtsdestotrotz ist es schockierend zu hören und ich fühle mich alarmiert mit meinen Hörnchen über ihren Schulweg zu sprechen. Einigen Fakten sind bekannt und lassen sich (leider) nicht ändern: wir leben in einer Großstadt, es gibt viel Verkehr. Die Schule liegt zentral; es gibt Autos, Straßenbahnen und Busse. All das gehört schon immer in unser Leben. 

Einige Fakten stören (nicht nur mich) massiv, scheinen aber auch unüberwindbar: Dutzende Eltern liefern ihre Kinder buchstäblich vor dem Schultor mit dem Auto ab. Das enorme Verkehrsaufkommen, zu den Stoßzeiten in der gesamten Umgebung der Schule, gefährdet alle selbstständig ankommenden Kinder und hilft keinem. Auch Selbstständigkeit muss man lernen. 

Tja, und einige Fakten ließen mich erschaudern: Auch meine Kinder gestanden, regelmäßig abseits der Ampeln in diesem Chaos die Straßenseite zu wechseln. Einfach so, oder weil sie jemanden gesehen haben; oder weil sie fangenspielen. Erschreckend. All das Üben, die lehrenden Worte; alles für die Katz. Denn zu selbstständig gehört leider auch leichtsinnig und… Dumm.