One world

In einem Gespräch mit den großen Hörnchen ging es um sogenannte Ausländer und deren Rolle in Deutschland. Wir sprachen über den Seehofer’schen Heimatbegriff und die damit verbundenen Themen von Freiheit und all sowas. Irgendwann schlug das A-Hörnchen vor, einfach „ein Land zu machen, in dem alle Ausländer sind“. Ich war entsetzt und zweifelte an meiner Erziehung. Das A-Hörnchen wiederum verstand gar nicht, worüber ich so entsetzt war. Er sah mich fragend an und erläuterte dann:

„Wenn es einfach alles ein Land wäre, ohne Grenzen und ohne eigene Politik, wenn alle überall hingehören würden, dann wäre es doch ein Land. Dann wäre alles eine Welt und keiner wäre falsch.“

Mein kluges Kind, wie recht du hast! Normen sind es, die Menschen in die Andersartigkeit zwingen. Grenzen und Besitz sind es, die Krieg und Vertreibung erst möglich machen. Gier und Ungerechtigkeit sind es, die Hunger und Not wachsen lassen, und es dem Großteil der Weltbevölkerung nicht möglich machen, sicher und zufrieden zu leben. Wenn der Mensch aufhören würde sich über Besitz und Macht zu definieren, wenn Menschlichkeit, ein großes Herz und die Bereitschaft zu teilen Attribute wären, die für die Mächtigen erstrebenswert sind, dann wäre allen geholfen. Und dann hätten wir ein großes Land, in dem wir alle Ausländer sind – oder eben auch nicht.

Die Freundin 

C-Hörnchen hat mal wieder eine neue Freundin. Vorhin, im Kindergarten, fragten die zwei mich, ob sie und besuchen kommen könne. Ich stimmte zu, sagte aber, dass ich zunächst mit der Mama sprechen müsse. 

Was dann kam machte mich enorm traurig. Das kleine Mädchen sah mich stolz an und sagte:“Ich weiß sogar schon, dass meine Pflegemutter grad Ella heißt?“ 

Die Kleine ist höchstens 5 Jahre alt. Ein lieben, friedliches, umsichtiges Kind, das voller Hingabe morgens mit dem kleinen D-Hörnchen tüddelt. Wie kann so ein Kind keine eigene Mama haben???

Am liebsten hätte ich das Kind an Ort und Stelle eingepackt und sie gerettet; vor der Ella, der Welt, dem System und der großen Ungerechtigkeit auf dieser Welt!!

Blöder Köter

Gerade schaue ich einen Bericht auf RTL. Zwei Männer traben über einen Salzsee in Bolivien. Schlimm, abenteuerlich und gefährlich. Und EIGENTLICH interessiert mich die Sache gar nicht. 

Eigentlich. Uneigentlich hat sich den Typen aber am Anang der Reise ein armer bolivianischer Strassenhund angeschlossen. Und wenn ich eins nicht sehen kann, dann sind es leidende Tiere. Und das ist alles ganz schlimm und tragisch und…man! Jetzt kann ich nicht schlafen weil der blöde Hund einfach nicht von den Leuten weggeht weil der einfach ein schlimmes Leben hat. Weil in Bolivien ein Hundeleben einfach nichts wert ist. Weil es den Menschen dort einfach viel schlechter geht als hier und da keiner die Mittel hat, den Köter mit durchzubringen und plötzlich hänge ich in Leid der Welt und kann nicht schlafen weil die Welt so schlecht ist.   Manno. Rtl ist doof.