Der kleine Unterschied

Ob ich in diesem Jahr sportlich ambitioniert bin, wurde ich gefragt. Ich habe eine Weile nachdenken müssen um das zu beantworten und bin zu folgendem Schluss gekommen: Meine größte sportliche Herausforderung liegt in diesem Jahr darin, den Unterschied zwischen „Lust auf Sport“ und „Lust auf dünn-sein“ herauszufinden. Für mich persönlich eine harte Nuss!

Tatsächlich nämlich habe ich in den letzten Jahren viel daran gesetzt die Spuren von 34 Jahren Leben und vier Schwangerschaften zu verwischen. Ich habe meinem Körper den coolen Deal vorgeschlagen: Ich bewege dich viel und gebe dir wenig zu essen, dafür machst du, dass wir aussehen wie 16! Mit großen Ideen wie ‚vor dem Frühstück 10km laufen‘ habe ich versucht meinem Teil der Abmachung einzuhalten und muss euch nun mitteilen: Klappt nicht! Und viel schlimmer noch, es macht nicht mal Spaß! Und so stelle ich mich neuen Herausforderungen!

Mit 34 sieht man aus wie mit 34. nach vier Kindern sind manche Stellen an so nem Körper anders als andere. Essen macht Freude und tut gar nicht weh und niemand auf der Welt mag mich mehr nur weil mein Bauch weniger wabbelt. (Sollte das anders sein kann der jemand mich mal!!) Und wenn ich wirklich Lust habe mich zu bewegen, dann tu‘ ich das, und zwar mit Freude. In den letzen Tagen bin ich viel Rennrad gefahren. Es war herrlich und Balsam für die Seele. Ich quäle mich nicht in diesem Jahr, ich versuche es mal mit glücklich sein.

Comfort Zone

Oftmals scheitern Menschen bei dem Versuch etwas zu verändern schon im Ansatz. Den Wunsch gesünder zu essen übersetzen sie in „ich kaufe nur noch Bio“, den Gedanken weniger Müll zu produzieren in „ich mache jetzt alles selber“. Den Wunsch nach Gewichtsabnahme übersetzten die meisten Menschen in Ziele wie: „Ab morgen mache ich Low Carb oder FDH.“ All diese Ziele sind löblich jedoch meistens einfach viel zu hoch gegriffen. 

Menschen bauen um sich herum eine Comfort Zone auf. Diese Zone besteht aus unseren Gewohnheiten, die unseren Tag bestimmen, strukturieren und somit vereinfachen. All das, was wir immer machen, verbraucht wenig Ressourcen und ist somit komfortabel. Nun ist es so, dass es uns schwer fällt die Comfort Zone zu verlassen. Wie ihr Name sagt, ist sie komfortabel. Alles was außerhalb liegt ist prinzipiell anstrengend. Und hier zeichnet sich das Problem mit der Veränderung ab! Eine radikale Veränderung ist viel zu anstrengend. Sinnvoller ist es, die Comfort Zone immer erst ein kleines Stück zu verlassen. Schritt für Schritt. 

Das Ziel „gesünder zu essen“ sollte man also unterteilen in viele kleine Schritte. Und plötzlich ist es ganz einfach. Wenn der erste Schritt ist:“Obst und Gemüse kaufe ich Bio!“, ist das weit realistischer als gleich alles umzustellen. Anstatt die gesamte Ernährung von jetzt auf gleich umzustellen ist es sicher einfacher zunächst abends vor dem Fernseher keine Schokolade mehr zu essen. 

Schritt für schritt! Und das erstaunliche ist, dass das schrittweise verlassen der Comfort Zone in der Regel viel besser funktioniert, als alle möglichenen Hau-Ruck Aktionen. Überlistet euch selber; und immer wenn euer Hirn vergessen hat, was der letzte Schritt  war, könnt ihr den nächsten wagen. Schritt für schritt ins Paradies. 

HauRuck

So saß ich da heute um 10 in meinem Esszimmer, und dachte mir so, ich könnte doch mal eigentlich streichen. Und so tat ich dann. 

Möbel weg, Bilder ab, zack zack zack. Und wärend der Menne floh und warschein dachte ich wäre bekloppt, erstrahlt das Esszimmer nur 2,5 Stunden später in weihnachtlichem grün. 

Gespannt bin ich auf die Reaktion der Hörnchen; ob es überhaupt einer merkt?!