Mein Mond

Vergangene Nacht war eine besondere Nacht. Zum ersten Mal seit langer langer Zeit kamen drei Ereignisse zusammen: Vollmond, Blue-Moon und Blutmond (zugegeben, nur in Japan zu sehen). Diese Konstellation ist selten und seit 35 Jahren nicht mehr zu sehen gewesen.

35 Jahre und 61 Tage um ganz genau zu sein. Und jetzt kommt der erstaunliche Teil: Vor 35 Jahren und 61 Tagen war der 1. Dezember 1982; der Tag bzw. die Nacht vor meiner Geburt! Und da man doch also davon ausgeht, dass Vollmonde Wehen auslösen, kann ich jawohl ganz sicher davon ausgehen, dass diese Trias unmittelbar für meine Geburt verantwortlich ist. Folglich ist heute, oder eben heute Nacht, mein wahrer Geburtstag.

Wieso ich das erzähle? Weil ich es ganz zauberhaft finde! Happy Birthday:)

Hausgeburt und Hebammen V

Das D-Hörnchen hat sich einen eigenartigen Tag für seine Geburt ausgesucht. Der 9.8.13 war sein errechneter Entbindungstermin; und genau an dem kam er auch. Dass dieser Termin schwierig ist erfuhren wir aber erst, als wir A-Hörnchen für die Schule anmeldeten. Die Einschulung sollte an 10.5. sein, nur einen Tag nach dem errechneten Termin. Die ganze Schwangerschaft über vertraue ich dem guten Willen des Schicksals und war mir sicher, dass es zu keiner Kollision kommen würde. Da es mir die gesamte Schwangerschaft über wirklich schlecht ging, hoffte ich einfach auf eine frühere Entbindung und versuchte diese sogar am 1.8. mittels Rizinusöls einzuleiten; ohne jeden Erfolg! 

Am 9.8., dem Tag vor der Einschulung, war ich entspannt. Die großen drei Kinder waren mit Oma (der Mutter des Mennes) unterwegs und ich war so schwanger wie man nur sein konnte. Alles für die Einschulung war geplant, in keiner Sekunde dachte ich daran ein Baby zu bekommen. Schließlich hatte ich anderes zu tun. 

Bis mittags. Um 12.30 Uhr gab mein Körper mit Pauke und Trompeten bekannt: Heute!! Da ich inzwischen davon ausging, dass es schnell gehen würde, informieren wir erst Oma darüber, dass sie noch etwas mit dem Kinder unternehmen sollte, und riefen dann die Hebamme. Witziger weise war die Hebamme von der Geburt des C-Hörnchen just an diesem Tag aus dem Urlaub zurück und freute sich über unseren Anruf. Routiniert zog ich mich wieder in die Badewanne zurück und harrte der Dinge die da kommen. 

Dank der tollen Erfahrungen bei den vorangegangenen Geburten war ich ruhig und entspannt. Zwar wusste ich, dass die kommenden Stunden nicht leicht werden würden, jedoch wusste ich mehr denn jeh, dass ich auch dieses Baby sicher und geborgen auf diese Welt bringen würde. Meine Hebamme kam um 13.15 Uhr, untersuchte mich und stimmte zu, dass gut voran ging. Alles war bestens. 

Gegen 14 Uhr war ich sicher, dass das Baby jeden Moment da sein würde. Ich hatte heftige Wehen, alles war gut. Plötzlich geriet mir alles außer Kontrolle. Mein Körper rebellierte, es ging nicht mehr voran. Rein logisch hätte das Kind kommen müssen, das tat es aber nicht. Ich würde panisch und nun von den Schmerzen überrannt. Mit Wehenschmerz verhält es sich in etwas so: Solange man Herrin der Lage ist tut es zwar teuflisch weh, man kann es aber beherrschen. Wird man panisch oder orientierungslos, überrennt einen der Schmerz. Das geschah nun und ich schrie:“Es ist stecken geblieben!“ Und genau das war geschehen. Das Kind hatte sich mit der Schulter verkeilt, und anstatt es rauszupressen drückten die Wehen es mit der Schulter gegen den Ausgang. 

Alles ging plötzlich schnell. Die Hebamme sagte ich solle aus der Wanne kommen, es herrschte keine Hektik jedoch kam deutlich Bewegung ins Spiel. Zum Glück war ganz offenbar das D-Hörnchen Herr der Lage! Bei meinen unbeholfen Versuchen die Wanne zu verlassen ist er schlussendlich nach wenigen Minuten doch ins Becken gerutscht und war dann, so wie ich es erwartet habe, wenige Aufenblicke später da. Um 14.17 Uhr  kam das kleine Hörnchen auf die Welt. Sichtlich geschafft und sehr blau, aber fit. 

Am nächsten Tag wurde eingeschult; ohne mich. Ich hütete mit D-Hörnchen das Bett. Eine liebe, gute Freundin schmiss den Haushalt und die komplette Feier und ich verließ am Nachmittag samt Hörnchen für 45 Minuten das Bett um den neuen Erdenbürger im heimischen Garten der Familie zu präsentieren. 

Meine Hebamme kam mich an diesem ersten Tag zwei mal besuchen. Einmal um das Baby und mich zu untersuchen und ein zweites Mal um meine geschundene Mutterseele zu verarzten. Denn die Einschulung des Sohnes zu verpassen war hart; trotz des tollen Ausgleichs. 

Hebammen und Hausgeburt III

Die Geburt meines zweiten Hörnchens war gut geplant. Das Kernstück der Planung: Was tun mit dem A-Hörnchen? Der Plan war, dass meine Mutter das Kind schnell abholt wenn es losgeht und ich dann in Ruhe wehen kann. 

Die erste Wehe hatte ich nachts um zwei. Wie auch beim ersten Kind habe ich zunächst im Bett auf meinen Bauch gehört und abgewartet was passiert. Um drei glaubte ich dem Spuk und rief meine Mutter an. Die arme Frau kam, aus dem Tiefschlaf gerissen, sofort herbei und wir rissen etwa 30 Minuten später das A-Hörnchen aus dem Schlaf. Ohne Probleme stieg der Zwerg mit Oma ins Auto und ich war erleichtert nun freie Bahn zu haben. Tatsächlich ging es von da an sehr schnell voran. Wir riefen die Hebamme an und mein Mann begann das Bett zu präparieren. Da ich es auf zwei Beinen kaum aushalten konnte, ging ich wieder in die Wanne. Zu dieser Zeit kam auch die Hebamme; es war inzwischen fast halb fünf. 

Plötzlich ging alles ganz schnell. Kaum nachdem die Hebamme festgestellt hatte, dass alles gut ist, setzten die Presswehen ein. Meine Hebamme, mit der ich zwei Jahre zuvor schon das A-Hörnchen zur Welt gebracht hatte, war dieses Mal sehr zurückhaltend. Ich fühlte mich sicher und kompetent und bekam somit einfach so, in meiner Wanne, mein Baby. Meine Hebamme war an meiner Seite, sie unterstützte mich wo es nötig war und bestärkte mich in dem was ich tat. Es war ein großartiges Zusammenspiel und war perfekt an meinen Bedürfnissen orientiert. 

Um 5.17 Uhr kam das B-Hörnchen zur Welt, rasend schnell und riesengroß. Dank der entspannten Atmosphäre habe ich die Geburt als etwas wunderbares, Kraft spendendes erlebt. Ich war keine Sekunde ausgeliefert oder überfordert. Ich war behütet und fähig mein Kind auf die Welt zu bringen. Dank der besonnenen und einfühlsamen Hebamme an meiner Seite könnte ich mir selbst vertrauen und einfach tun was ich für richtig hielt. 

Später am Tag kamen natürlich A-Hörnchen und Oma zu Besuch. Und die Hebamme. So wie sie es an jedem weitern Tag in der ersten Woche tat, und an vielen vielen anderen Tagen in den Wochen nach der Geburt.