Es weihnachtet

Es weihnachtet. Ein untrügliches Zeichen hierfür ist die erste Debatte über den Tannenbaum. Wann kommt er, wie groß ist er, wann können wir ihn schmücken…? Fragen über Fragen und dann erst der Kauf. Jeder findet den schönsten und am Ende kann man nur alles falsch machen. Nun ja, gestern war es so weit: Das erste Gespräch über Tannenbäume stand an.

B-Hörnchen brachte den Stein ins Rollen und fragte direkt heraus: „Mama? Müssen wir dieses Jahr zu Weihnachten auch wieder so eine Leiche ins Wohnzimmer stellen?“ A-Hörnchen stieg in das Gespräch ein und fügte hinzu: „Nein! Keinen Baum töten zum angucken!!“ und so nahm das Thema seinen Lauf. Nach wenigen Minuten waren sich alle Hörnchen einig: Für uns stirbt kein Baum!

So wird es einen nachhaltigen Kunstbaum geben. Noch bis vor wenigen Jahren war dieser Gedanke unmöglich. „Tannen müssen pieksen und duften“, habe ich immer gesagt. Gegen das Argument mit der Leiche komme ich nicht an. Meine Hörnchen lieben Bäume; so ist es eben. Und so ist es gut.

Ein Weihnachtswunder

In der kleinen Stadt Ringkøbing hatte am 2. Weihnachtstag kein Geschäft offen. Ein eisiger Sturm tobte in den verlassenen Gassen und es regnete. Den vier Hörnchen fiel es nicht leicht den Spaziergang zu genießen und umso willkommener war das Spielwarengeschäft am Straßenrand. Die Hörnchen drückten sich die kalten Nasen am Schaufenster platt und ins besondere das D-Hörnchen war ganz gefesselt. Im Fenster des geschlossenen Geschäftes stand ein roter Truck von Cars. Mack; der Transporter von Lightning McQueen! D-Hörnchen war hin und weg und konnte sich über eine lange Zeit nicht vom Schaufenster lösen. Immer wieder bat und bettelte der Zwerg doch bitte den Laden aufzumachen und den Mack zu kaufen. Unter Tränen trennte ich irgendwann Zwerg und Mack – was blieb mir anderes übrig! 

Gestern feierten wir Weihnachten mit Oma und Opa nach. Die kleinen Hörnchen wussten, dass der Weinachtsmann die Geschenke zu den Omas und Opas gebracht hatte, weil wir ja nicht da waren und so war die Vorfreude groß. Freudig zerpflückten die Hörnchen Papier und Band und fanden Legos und Puzzles. Das D-Hörnchen öffnete sein Päckchen und war wie versteinert. Voller Ehrfurcht und schaudernd von Staunen hielt er sein Geschenk in den kleinen Händen. Ungewohnt leise und zaghaft brachte er die Worte: „Das ist mein Mack!“ hervor und hielt den Schatz in die Luft. Das Weihnachtswunder war geschehen. Der Weihnachtsmann wusste was das Hörnchen braucht und brache genau den Mack aus dem Schaufenster! 

Ich selbst habe die Weihnachtsgeschenke im Oktober gekauft. Ich habe unromantisch eine lange Liste mit Wünschen abgearbeitet und einen vollen Einkaufswagen durch die Gänge geschoben. Da das D-Hörnchen keine konkreten Wünsche hatte, versuchte ich es irgendwie richtig zu machen. Anschließend verteilte ich die Päckchen unter den Groseltern und vergaß was drin war. Als wir am 26.12. in Ringkøbing am Schaufenster standen, wusste ich nicht, dass das Hörnchen so bald diesen sehnlichen Wunsch erfüllt bekommen würde. Somit war ich mindestens genauso verzaubert und erstaunt wie der kleine Kerl. 

Urlaubshörnchen

Familie Hörnchen war im Urlaub über Weihnachten. Das erklärt die Stille hier im Blog und meine dauerhaft laufende Waschmaschine ab heute. In Dänemark waren wir, eine Woche. Ein hübsches Haus mit alles was man braucht und einem kleinen aber feinen Highlight: Einem Pool! 

So haben wir die Feiertage zusammen mit meiner Schwester und Ihrer Familie zwischen Pool, Whirpool, Dünen und Sturm verbracht und es genossen dem Trubel entkommen zu sein. Minimalistisch war es, und gemütlich. Anstatt eines Pompösen Baumes hatten wir einen stylischen Vorhang mit Tannenbaum-Druck, jedes Kind bekam ein Geschenk und zu essen gab es Kekse. Als Weihnachtsessen hatten wir Dänischen HotDog und alle waren glücklich und zufrieden. 

Baumeister 

C-Hörnchen hat sich erstaunlich geschickt angestellt beim Bauen unserer Lebkuchenhäuser. Mit gekonnten Griffen und gezieltem Auftragen des Zuckergusses war ihr Haus schnell zusammengebaut. Auch das Verziehren ging ihr leicht von der Hand und das Ergebnis kann sich sehen lassen. 

B-Hörnchen ist akribisch. Fast pedantisch manövrierte sie den Zuckerguss auf den Lebkuchen und versuchte ganz  akkurat zu arbeiten. Leider trocknete der Guss ihr dadurch immer wieder, so dass es viel mütterliche Intervention brauchte, das Haus irgendwie stabil zu bekommen. Die Trockenbauweise eignete sich nicht; leider war sie mit dem Ergebnis, das ich erzielen konnte, auch nicht wirklich zufrieden und versuchte es beim Verziehren wieder gut zu machen. Das Leben ist nicht leicht wenn man alles perfekt machen will. 

D-Hörnchen ließ das Haus von Mama aufbauen. Seine Feinmotorik und vor allem seine Geduld erlaubten es nicht anders. Beim Verzieheren des Häuschens machte er es sich einfach. Er aß einen Großteil  seiner Süßigkeiten und damit der Guss nicht ganz umsonst gemacht wurde, futterte er ihn anschließend mit dem Löffel. Mjammmi

Und während wir so bastelten, sang das C-Hörnchen fröhlich ein Lied: „Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald. Es war so finster und auch so bitterkalt. Sie kamen an ein Häuschen von BUTTERKUCHEN fein…“ Herrlich! Dort wohnt bestimmt eine Hexe mit Geschmack!! 

Es werde licht 

Im Winter ziehen wir eine Lichterkette in den Kletterbaum. B-Hörnchen, die ungeschlagene Kletterkönigin, fragt schon länger wann es endlich soweit ist. Papa sagte immer:“ Wenn die Blätter ab sind.“ Gestern hat B-Hörnchen dann die Initiative ergriffen:


Kurzerhand hat sie die restlichen Blätter vom Baum geschüttelt und dabei gesungen:“Die Herbst, die Herbst, die Herbst ist da..!“ 

Heute war es dann endlich soweit; es werde Licht. Papa und B-Hörnchen haben die Lichterkette in den Baum gehängt und wir haben den eingezogenen Winter im Garten mit Feuer, Stockbrot und Fleischkäse gefeiert. B-Hörnchen ist selig. Denn von ihrem Bett aus blickt sie jetzt auf ihren geliebten, erleuchteten Baum. Gibt es ein besseres Nachtlicht?

Zerreißprobe

Zu Weihnachten basteln Kinder in Schule und Kindergarten gern hübsches für ihre lieben Mütter. So auch meine Hörnchen in diesem, bzw. letztem Jahr.

A-, C- und D-Hörnchen überreichten mir je ein selbstgestatltetes Bild von sich oder ihrer Gruppe, hübsch gerahmt. Ich freute mich über jedes der Geschenke und wusste, dass ich sie für immer aufbewahren würde. 

Auch B-Hörnchen brachte ein Paket mit nach Hause. Sie versteckte es sorgsam bis zum 2. Weihnachtsfeiertag. Dann legte sie es auf den Küchentisch und begann zu sinnieren, wem sie dieses Geschenk wohl schenken könnte. Ich zeigte ihr auf, dass ihre Geschwister diese Geschenke MIR geschenkt hätten, und dass es für Mütter etwas besonders Schönes wäre, so ein Geschenk zu bekommen. 

B-Hörnchen blieb hart und sinnierte weiter. Sie bedachte alle Omas und Uromas und konnte sich dennoch nicht entscheiden. Wem nur dieses Geschenk schenken. Nach einigen Tagen bat ich meinen Menne darum, dem B-Hörnchen noch einmal ins Gewissen zu reden, damit ICH das Geschenk bekäme. Nichts geschah. Auch an Silvester lag das Geschenk verschlossen am Küchentisch und ich begann langsam mir eine Strategie zurechtzulegen, nicht zu weinen, wenn Uroma das Geschenk bekäme. 

Gestern dann geschah das unglaubliche: B-Hörnchen überreichte mir feierlich das Geschenk. Und ich habe mich so gefreut!! 

Der Morgen nach der Nacht davor 

Es ist vollbracht. Alle Kinder glücklich, alles verwüstet. Die Arbeit von drei vollen Tagen; dahin in wenigen Stunden. Und während ich gestern um diese Zeit dachte, sie würden mich zu Tode nerven, sind sie nun alle beschäftigt. 

Was am Ende bleibt ist eine Kiste Altpapier, glückliche Kinder, eine Brandblase beim A-Hörnchen (er hat einen Lötkolben bekommen) und die Erkenntnis, dass man lieber alles selber machen sollte:

Der Menne hatte gestern Abend die Geschenke rausgeholt und unter den Baum gelegt; und prompt vier vergessen. Hihi; da muss der Weihnachtsmann heute noch in Nachlieferung gehen. 

Die Christmette

In meiner Jugend war ich der Kirche gegenüber eher kritisch. Aufgrund des einen oder anderen Umstandes fühlte ich mich jedoch zu einer bestimmten Geneinde hingezogen, und so beschlossen der Menne, eine gemeinsame Freundin und ich, zu Weihnachten 2001, in die Christmette (Mitternachtsmesse) zu gehen. 

Da so eine Mitternachtsmesse ja eher spät am Tag ist, vertrieben wir uns die Stunden nach der Bescherung mit reichlich Glühwein und tüddelten dann fast pünktlich um viertel vor 12 los. Als wir uns der Kirche näherten, läuteten die Glocken und wir waren erleichtert es noch geschafft zu haben. Wir öffnen die schwere Tür und der Küster empfing uns mit einem kritischen:“Ihr seit zu spät!“

Wir huschten in die letzte Bank und kicherten noch über den über-kritischen Pinsel, als zeitgleich der Pastor den Segen sprach und die Gemeinde sich erhob. 

Wir waren zu spät! Eine Mitternachsmesse endet um 0 Uhr; beginnen tut sie um 11. Der Abend jedenfalls war trotzdem ein voller Erfolg. Wir haben unseren Segen erhalten und die nächste Kneipe kam bestimmt. Gut zu lachen hatten wir allemal. 

Euch allen ein frohes, besinnliches und andächtiges Weihnachtsfest. Mit oder ohne Mitternachtsmesse. 

Altpapier 

Manchmal ist das Leben schlecht getimed!! Da wird unser Altpapier und Gelber Sack-Müll heute Mittag abgeholt!! Heute!!! Und dann, wenige Stunden später, werden wir unendliche Massen nachproduzieren, die wir dann geschlagene zwei Wochen archivieren müssen. Ungünstig. 

Dieses Phänomen kann übrigens auch ein handelsüblicher Ikea-Besuch hervorrufen. Denn wann immer wir uns spontan entscheiden, irgendwelche sperrigen Möbelstücke zu kaufen, die dann ja in Pappe sind, ist es an einem Donnerstag Nachmittag; an dem Donnerstag Nachmittag, an dem das Papier grade abgeholt wurde. Immer!!