AK Schnee

Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Die andauernde Hitze auszuhalten ist das eine, keinen Regen mehr zu haben; ok. Aber was wenn dieses verschobene Klima, diese Katastrophe, diese Treibhaus-Diktatur mit das wichtigste nimmt, das Highlight eines jeden Jahres; meinen Schnee.

Natürlich ist das alles nicht witzig, Erderwärmung, verschwindender Golfstrom und ja, auch ich mag Eisbären. Steigende Meeresspiegel können unseren Lebensstil in den kommenden Jahrzehnten etwas verändern und all das ist bedrohlich und vor allem unnötig. Was aber wenn es nie mehr schneit? Im Prinzip verbringe ich mein halben Leben mit Warten auf den Schnee. Ab Oktober studiere ich die Wolkendichte, die Geschwindigkeit ihrer Bewegungen und halte immer wieder die Nase in den Wind. Schnee kann ich riechen, Stunden bevor er weiß, dass er fällt. Schnee, das beste, größte und friedlichste, das der Himme mir schenken kann. Er macht die Welt in Ordnung, stellt einen kleinen Frieden her. Ganze Abende kann ich mit innigen Gesprächen über seine baldige Ankunft verbringen, die Vorfreude ist so gut. Wenn er dann endlich kommt, ist es wie eine Erlösung. Der beste Schnee allerdings ist der überraschende. Ohne alle Vorzeichen, ohne Warnung, fällt er plötzlich glitzernd, still und leise auf mich herab, verzückt mich mit seiner bloßen Anwesenheit und hält mich ganz fest.

Die Sache ist also ganz klar. Ein Leben ohne Schnee ist keine Lösung, Klimawandel somit also auch nicht. Ich gründe den AK Schnee, für den Erhalt des Schnees und stelle fest, dass es bei 35 Grad erst richtig gut ist über Schnee zu reden. Hach; Schnee!!

Regen

Als Bremer ist man den Regen gewohnt. Im Herbst regnet es viel und stürmisch, im Winter regnet es kalt und matschig. Im Frühjahr fällt zauberhaft beflügelnder, süsslicher Regen und im Sommer brechen stattliche Gewitter über uns hinein; gern täglich. Ja, den Regen kennen wir hier. Gerüstet ist man in aller Regel, der stolze Bremer wird halt nass und so wundert es keinen, wenn auch bei starkem Regen jede Menge Radfahrer unterwegs sind. Selbst Tage und manchmal Wochen am Stück können uns nicht beeindrucken. Ja, Regen können wir! Manchmal, einige Male im Jahr jedoch, da haut es uns um. Dann regnet es so doll, dass die Keller und Unterführungen in Bremen volllaufen. Und dann – machen wir sie wieder leer.

Und nun das! Es ist Ende Mai und seit Wochen hat es nicht ernsthaft geregnet. Bremen ist staubig, die Pollen vom April kleben noch auf den Autos, die Fußwege sehen ein bisschen Sahara aus. Die Kleingärtner raufen sich die Haare und alle anderen sehen bei jedem Wölkchen irritiert zum Himmel. Wann kommt er wieder, und wenn es dann los geht, wie lange wird er bleiben; Tage, Wochen, Monate?

Bis es soweit ist gilt es zu genießen; die Sonne, die Wärme und die trockenen Klamotten. Das Trocknen der Wäsche im Garten und die Tage im Freien. Und dann, eines Tages wird er wiederkommen, der vertraue Regen. Er wird sich ankündigen und dann doch etwas später kommen als man ihn erwartet hat. Er wird ein vertrautes, wohliges Gefühl verbreiten, die Luft wird duften wie es nur frischer Regen kann und nach der langen Trockenheit wird endlich alles wieder so sein, wie wir Bremer es kennen. Irgehdwie nass aber gut!

Es kommt ein Sturm

Da draußen braut sich großer Wind zusammen. Ich mag das sehr. Wind kann mir kaum genug sein, ich liebe es zuzugucken wie die Bäume sich biegen und mag das Ächtzen des Hauses. Sturm ist einfach super. Irgendwie liegt die Erwartung von etwas Grossem in der Luft, alles ist möglich. Sturm ist gemütlich und anheimelnd. Alle versammeln sich zu Hause am Fenster, trinken heißen Kakao und schauen aus dem Fenster.  

Nur eine einzige Frage habe ich an den Sturm. Warum kommst du immer an dem Tag, an dem der gelbe Sack abgeholt wird? Hier in der Gegend haben wenige Menschen die gelbe Tonne. Und so stellen die Menschen am Abend ihre gelben Säcke an die Straße und du Sturm, du alter Kindskopf, spielst dann damit. Morgens ist es dann immer das selbe Bild. Hinter dem Haus: Herbstliches Sturmchaos aus Ästen und Blättern. Vor dem Haus: Herbstliches Müllchaos. Elend. Doof. Und dann plötzlich gar nicht mehr gemütlich. 

Herbst, der Herbst, der Herbst ist da!

Heute habe ich offiziell den Herbst ausgerufen. Es ist windig, kalt und nass. Die ersten Triefnasen haben uns erreicht und alles ruft nach 

ERBSENSUPPE !

Gesagt getan. Ich koche sehr gern dicke, fette Suppen. Eine kräftige Brühe mit mächtig Einlage. Mettenden (oder Tofu) und ein paar Tüften; ich mag es wenn es schon den ganzen Tag im Haus nach den riecht, was es abends gibt. Ich finde es ungeheuer gemütlich wenn abends alle mit verwehten Haaren zusammenkommen und gemeinsam essen. Hallo Herbst; schön dass du da bist. 

Und wie ich grad erfahren habe dann ja auch schon wieder „Tschüss“. Ab morgen erwartet uns ein hohes Hoch mit viel Sonne und hohen Temperaturen. Na ein Glück, dass es die Suppe heute gibt und nicht etwa morgen. Ich hoffe jedenfalls, dass ihr einen schönen ersten Herbst hattet!

Wettervorhersage 

„Mama? Regnet es heute noch?“ Fragt C-Hörnchen. Ich antworte, dass ich es nicht weiß. C-Hörnchen sagt:

„Aber es könnte heute noch regnen!“ „Ja, das kann sein.“ gebe ich zur Antwort. 

„Marianne (die Erzieherin) sagt aber es wird heute bestimmt regnen!“ teilt das Hörnchen weiter mit. Abermals stimme ich zu, dass es tatsächlich sein könne, dass noch Regen käme. 

Unser Gespräch geht weiter:

Hörnchen:“Aber Marianne weiß nich genau ob Regen kommt!“

Mama:“Ich weiß es halt auch nicht genau.“

Hörnchen:“Aber Marianne sagt es könnte Regen kommen. Aber sie weiß es nicht genau.“

Mama:“So ist es ja auch. Vielleicht kommt Regen, vielleicht auch nicht.“ 

Hörnchen:“Aber Marianne weiß es auch nicht genau!“

Mama:“Hörnchen? Was ist denn mit dem Regen? Ist das schlimm wenn der kommt? Oder ist der wichtig?“ 

Hörnchen:“Nein Mama! Wenn der Regen kommt wird es nass!“ 

Also Leute! Heute könnte es regnen, vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber seht euch vor! Wenn es regnen sollte, würde es nass werden.   

Schulausfallspanik

Nach erneutem Fall von 3,5 Schneeflocken dreht mein Facebook-Account durch. Ist denn jetzt morgen Schule? Kann man die Kinder bei SO einem Wetter zur Schule schicken? Ist das überhaupt legal oder … Oder werden wir alle sterben? Screen-Shots von 2013 werden da als Beweise herangezogen und die Horrormeldungen kommen im Minutentakt. 

 Überlege ich aber ein einziges Mal, wie oft in meinem Leben das Wetter so übel war, dass ich nicht von A nach B gekonnt habe, fällt mir nur ein Weihnachten Anfang des Jahrtausends ein. In diesem Jahr war tatsächlich die ganze Stadt von einem Eispanzer überzogen- und selbst der Gang zum Mülleimer war Wahnsinn. 

Ansonsten bin ich manchmal durch tiefen Schnee zu Schule gegangen. Manchmal fuhren die Busse nicht oder nur schlecht. Manchmal wurde ich extrem nass und manchmal war es sehr kalt. Aber zu Hause blieb ich nie. Warum auch…

Live aus den Tropen

Hier ist es grad ufff!! Die Luft steht, es klebt und kreucht. 

Bei einer sagenhaften Luftfeuchtigkeit von unsagbaren 82% hat es mein Duschhandtuch geschafft, übernacht muffig zu werden. Unser Fußboden ist so klebebackig, als ob er mit Obst eingerieben wurde. Die Krümel und der Sand knirschen nicht wie sonst, sie bilden einen matschigen Film.  Wischen kann ich nicht, die sogenannte Restfeuchtigkeit würde unsere Räume in einen Pool verwandeln. Die Luftfeuchtigkeit verwandelt Malpapier in Papmarche‘ und mein Gehirn in Rote Grütze. 

Da bleibt einem nichts zu tun, als immer und immer wieder auf den Regenradar zu glotzen und das nächste Gewitter herbei zu gaffen. Bisher zumindest weitestgehend erfolglos. Eben hat es mächtig gedonnert, drei Tropfen fielen auf den heißen Stein. Seit dem sind es nicht mehr 78%, sondern 82.