Traurig einkaufen 

In einem Gespräch über Bio oder nicht Bio erklärte mit jemand, dass das Biozeug einfach zu teuer sei. Im Laden stünden zB Bio-Joghurt zu 0,79€ und konventioneller Joghurt zu 0,29€ neben einander. Da falle die Wahl auf den billigeren. 

Ich nutze an dieser Stelle meinen Verstand und meine eigenen Erfahrungen    Sehe ich den konventionellen Joghurt, denke ich an die Kuh. An das übervolle Euter und für Hormone, die ihr über Jahre vorgaukeln gerade ein Kalb bekommen zu haben. Ich denke an das Kalb, das direkt nach der Geburt von der Mutter genommen wird, damit es nicht die gute Milch trinkt. Das Kalb, das in einem Bretterverschlag steht, allein. Und dann sind 0,79€ für den Joghurt ok. Ich zahle ihn sogar gern. Denn mein Joghurt ist teurer weil er aus fairer Milch gemacht wurde. Weil das Kalb bei der Mutter bleiben konnte, weil die Kuh nicht ständig die Schmerzen eines zu vollen Euters erleiden musste. Einfach; eigentlich. Ich habe selber vier Kinder gestillt, ich würde auch 2€ für den scheiss Joghurt zahlen. 

Und wenn ich ein Hähnchen kaufe, ein mageres, drahtiges Bio-Hähnchen, dann denke ich auch dabei an die schlimmen Bilder, die einige meiner Freunde bei Facebook posten. Und dann fällt es mir leicht 30€ für ein glückliches Huhn auszugeben, dass vor einer Wochen noch im Dreck gescharrt hat. Dann ist das ok. Und wenn das alles machen würden, dann würden vielleicht eines Tages wieder viel Mehr Hühner im Gebüsch scharren und viel weniger Kühe leiden. Und vielleicht wäre die Welt dann ein kleines bisschen besser. 

Ernährungsfragen

D-Hörnchen trinkt total gern Milch. Locker ’nen halben Liter, manchmal auch mehr. Es schmeckt ihm einfach. Kuhmilch! Milch, die für Kälber gemacht wird. Das Böse! Milch; das heißt Laktose pur, Allergene und verklebte Schleimhäute. Ganz schlimm, mit Sicherheit. Und verantwortungslos. 

A-Hörnchen ist Vegetarier. Er isst keine toten Tiere, weil er Tiere mag. Verantwortungslos, sagt meine Oma. Bekloppt, sagen andere. Fleisch ist gesund und wichtig, fördert das Wachstum und den Verstand. Fleisch ist gut für die Muskeln und grad so ein Heranwachsender braucht das gute Protein um kräftig und männlich zu werden. 

C-Hörnchen isst Fleisch. Dramatisch, ich weiß. Eigentlich baucht der Körper kein Fleisch und der faschistische Konsum von Lebenwesen ist egoistisch und wiedersagt jedem humanistischem Streben. Fleisch, und eigentlich auch tierische Erzeugnisse, sind nicht zum menschlichen Verzehr vorgesehen. Es ist verantwortungslos, der Natur gegenüber und den kommenden Generationen. 

B-Hörnchen mag gern Süßes. Sie kann es gut vertragen – denke ich manchmal. Dabei strotzen all diese Dinge nur so vor Zucker. Weißem Zucker! Unverantwortlich! Kohlenhydrate, und ins besondere eben dieser Kristallzucker, sind schlecht für die Zähne und machen dick. Sie verkleben den Organismus und machen und krankheitsanfällig und schwerfällig. Kohlenhydrate sollten, logisch betrachtet, einfach umgangen werden und der Körper in eine gesunde Ketose geführt. 

Ich selber weiß manchmal nicht was ich essen soll. Verzichte ich auf Kohlenhydrate, denke ich an Brot. Lebe ich vegan, denke ich an Käse. Ich trinke gern mal Milch und mag gelegentlich ein Ei. Ich liebe Süßes und manchmal ist eine Steak toll. Was ist denn eigentlich  aus dem Grundsatz der ausgewogenen Ernährung geworden? Ist denn wirklich alles so schlecht? Ich bleibe dabei, mit Gemüse allein bekomme ich meine Kinder nicht groß! Zucker in Maßen macht nicht krank und dick und gut ausgewählte tierische Erzeugnisse sind nicht faschistisch. Und diese ganzen Dogmen was das Essen angeht machen erst recht krank. Denn was kann es denn gesünderes geben als einen ordentlichen Appetit und Lust auf gutes Essen?! 

Schwere Entscheidung 

C-Hörnchen ist nun auch vegetarisch. Nicht wegen der Tiere, sondern wegen der tollen Sojawurst, die A-Hörnchen immer bekommt. 

Während sie dabei war sich zu entscheiden ob sie es nun wirklich werden sollte, half ich ihr auf die Sprünge indem ich aufzählte, welche Lebensmittel alle aus Tieren sind und welche sie weiter essen würde. 

„Würstchen gibt es dann nicht mehr. Und Salami auch nicht. Und Hamburger mit echtem Tier und Hot Dog mit Bockwurst. Und…“

…C-Hörnchen sinnierte weiter

„… Mensch darf ich dann auch nicht mehr. Das  ist ja auch aus Fleisch.“

Natürlich, das stimmt auffallend, wo wir doch sonst regelmäßig überalterte Großeltern essen. Oder nervige Nachbarn. 

Arme gequälte Kreatur

Fast täglich warten in meinem Facebook-Account Bilder und Filme von entsetzlich gequälten Tieren. Schweine, Hunde, Pferde, Kühe.. Jeden Tag ein anderes Tier, das Schicksal aber immer das Gleiche: Tod und Qual für mensches Begehr und Wille. 

Dass das grausam und abartig ist, steht nicht zur Debatte. Wirklich bescheuert hingegen sind die oft zahllosen Komenntare der betroffenen Menschen. „Man sollte den Menschen das selbe antun!“ Oder „die Leute alle abschlachten..“  

Ist das denn wirklich eine Lösung, frage ich nun immer. Nein, natürlich nicht, Völliger Blödsinn!! Ihr Menschen, Konsumenten da draußen; überlegt doch bitte mal, für was all diese Gräueltaten begonnen werden. Für euch! Für eure Klamotten, euer Futter und euren Style. Und das Einzige  was vielleicht hilft ist beim shoppen das Gehirn zu benutzen und bewusst kluge Dinge zu kaufen. 

Geht nicht? Ist zu teuer? Tatsächlich stelle ich fest, dass es oftmals enorm viel weiter hilft einfach von allem etwas weniger zu haben. Und wenn man dann einfach das gleiche Geld investiert, kommt’s auf’s gleiche raus. Peng. Und mal ganz im Ernst: Das bringt zumindest mehr als Menschen zu quälen zu verurteilen oder zu beschimpfen.