Stillen

Angesichts des gestrigen „Weltfrauentages“ bin ich über einige Artikel zum Thema Stillen gestolpert – was mich dazu inspiriert hat, auch was dazu zu sagen. Stillen also, oder sollte ich säugen sagen? Dieser Prozess also, der seit tausenden von Jahren Menschenjunge ernährt, in dem sie an der Brust der Mutter nach Muttermilch saugen. Ein evolutionärer Grundstein des Fortbestandes der menschlichen Art, denn bis vor wenigen Jahren hat man es ohne einfach nicht geschafft. Ein Reflex, etwas das von Mutter und Kind instinktiv gewünscht ist und keinerlei Denken oder Anleitung bedarf. Stillen, die Natürlichste Sache der Welt.

Und Stillen, ja. Dieser Prozess, den auch ich vier mal durchlaufen habe, bei dem einem über Wochen die Nippel blutig in Fetzen hängen. Beim Duschen die Milch sifft und man tagelang glaubt elendig zu platzen. Der zauberhaft-natürliche Prozess, der es einem erlaubt, zu jeder Zeit an jedem Ort die Kleidung zu lichten und die schmerzenden Brüste auszupacken, der es möglich macht, überall dämlich angeglotzt zu werden und den eigenen Körper zu einer Art Ausstellfläche für menschliche Absurditäten macht. Aber eben auch stillen, das kostenlose Vergnügen, das Abwehrstoffe liefert, die Bindung zwischen Mutter und Kind stärkt und keinerlei Logistik in Sachen Fläschchen und Pulver erfordert.

Es ist kompliziert und doch eigentlich ganz einfach. Rein logisch betrachtet kann fast jede Frau stillen; ist so. Tatsächlich aber leben wir modernen Tanten in einer still-unfreundlichen Welt. Keiner will es sehen, jeder weiß am besten wie es geht – vor allem die, die es noch nie gemacht haben. Stillen ist heute nichts normales sondern etwas heiliges, dass non-plus-ultra der Mutterschaft, das alle super finden und das keiner sehen will. Auf Mütter wird enormer Druck aufgebaut, jede muss immer können; und das in rauen Mengen. Nur drüber sprechen soll man bitte nicht, das ist ja peinlich.

Um das Stillen wieder zu dem zu machen, was es mal war, braucht es einzig und allein Akzeptanz. Erst wenn es wieder stinklangweilig und normal ist, seinem Kind den Nippel in den Mund zu halten, wird der Stress, die Glorifizierung und die Scham soweit verbannt sein, dass es eben einfach jeder macht.

In diesem Sinne: Stillen ist das beste für ihr Kind. Und wenn es mal nicht klappt, wird daran heute keiner mehr sterben. Keep on mopsing!

Wenn ein Baby kommt

Meine Freundin ist schwanger. Eine weitere hat eben ein Baby bekommen, eine dritte vor zwei Wochen. Mit meinen fast 34 Jahren befinde ich mich im Kern der Baby-years. Mein ganzes Umfeld baut Nester und zeugt Babys.  Ich bin fertig damit, ich schaue zu! 

Ohne jeden Zweiel freue ich mich über jedes Baby, über jeden Bauch und jede gute Nachricht. Ich fiebere mit jeder Freundin mit, die mir mitteilt sie wurden nun „üben“ und ich beweine jede eintretende Periode. Ich bin quasi konstant co-schwanger und genieße den Zauber um all die Kugeln. Früher oder später kommt dann immer die Nachricht über die Ankunft des neuen Erdenbürgers. 

Wow! Und dann hat es mich doch noch ein wenig um. Ich habe jede Geburt genossen, das Wochenbett und das Kennenlernen mit dem Zwerg. Nichts auf dieser Welt bietet einen solchen Zauber, so viel Gefühl, Rausch und Hingabe. Nicht kann solche Emotionen erzeugen und nichts ist so intim. Neue Babys sind toll, das ganze Drumherum ebenso. Ich gönne es jedem, ja ich wünsche es jedem. Und ein kleines Bisschen würde ich es mir auch noch mal gönnen. Und dann wieder, wenn ich die übermüdeten Freundinnen treffe, mit ihren Milchflecken im Shirt und den Augenringen, dann denke ich mir, dass es doch alles ganz gut ist. 

Solidarität unter Frauen

Heute sah ich eine Hundedame, die von ihrem Frauchen durch die wunderbare Januar-Sonne geführt wurde. Das Frauchen schaute besorgt-verständnisvoll. Die beiden waren enorm langsam. Die Hündin hatte ein riesiges Gesäuge. Ihr Bauch war geschwollen, sie lief wie auf rohen Eiern. Ihr Blick war erschöpft und müde. Trotzdem hatte sie etwas von Anmut und Schönheit. Sie tat was getan werden musste. 

Die Hündin hat vor wenigen Tagen entbunden und ich litt und fühlte in jeder Sekunde mit ihr. Sofort begann mein Unterleib zu zerren und auch oben rum war alles noch ganz präsent. Eine unglaublich anstrengende, entbehrungsreiche und schmerzhafte Zeit, die trotz allem so einzigartig und wunderbar ist. Erstaunlich wunderbar, denn in einem körperlich so desolatem Zustand so glücklich zu sein, grenzt an ein Wunder. 

Ein guter, treffender Artikel zum Thema noch anbei!