Was soll das?

Und so ging es vorbei, das Jahr 2018, sang und klanglos zog es von dannen und hinterließ dennoch nichts als Fragen. Die elementarste von allen: Was soll das? Ich verstehe den Hintergrund des Ferienhauses ohne Internet. Entschleunigung, Besinnung auf’s Wesentliche, Förderung zwischenmenschlicher Kontakte im direkten Umfeld, Wiederauffinden alter Freizeitmuster (ich habe ein Buch gekauft!) aber das, was 2018 sich im aller letzten Zuge überlegt hat, übersteigt wirklich meinen Horizont!

Die Spülmaschine in der Ferienwohnung ist kaputt gegangen.

Somit hat sich seit gestern ein ganz neues Freizeitmuster aufgedrängt: Abwaschen! Der eine oder andere weiß es vielleicht, für alle anderen nun noch einmal zusammengefasst:

Meine Eltern hatten eine Spülmaschine seit dem ich denken kann; ich habe früh angefangen zu denken. Als ich mit 17 ausgezogen bin, was das erste was ich in der Wohnung meines Mennes angeschafft habe eine Spülmaschine. Ich hasse abwaschen. Kaum etwas ist für mich so überflüssig, dämlich, langweilig und dumm. Kein Sekundenbruchteil vergeht beim Abwaschen, in dem ich nicht innerlich zerbreche und … Ich hasse abwaschen! Wirklich, sehr.

Nun sitzen wir also in der Ferienwohnung, mit alle aber ohne Minna. Frohes Neues allerseits. 2018 du hast wirklich alles gegeben. 2019, könntest du bitte die Minna reparieren?

Könntest du bitte liebevoll, ehrlich, frei, menschlich, weltoffen, grenzenlos, fair und humanitär werden? Bitte.

Die Tut

Wir haben ein neues Familienmitglied. Die Tut. Sie ist eine etwas bullige und sehr laute Mitbewohnerin. Aber wunderschön, das ist sie. Und vor allem macht sie meinen Gatten glücklich, und das sollte sie auch. Denn von ihr hat er schon in seiner Kindheit geträumt, trotzdem fanden sie nie zusammen. Eine Art heimliche Liebe, die nun endlich öffentlich gemacht werden soll.

Die Tut ist ein Saxophon. Mein Mann hat als Kind kein Instrument gelernt. Das was er durfte, wollte er nicht, das was er wollte, durfte er nicht. Und so siegte die Sturheit und er ging als musikalischer Analphabet aus der Schule. Schon seit ich ihn kenne wünscht er sich ein Instrument spielen zu können und trauerte der verpassten Chance hinterher. Nun hat er sich getraut. Uns seit ein paar Tagen hört es sich jetzt bei uns im Haus an, als würde jemand versuchen einem sehr großen Elefanten einen Knoten in den Rüssel zu machen. Motiviert tutet der Menne vor sich hin, mal mit Flötenbegleitung vom B-Hörnchen, mal nach dem Gitarrenbuch des A-Hörnchens. Geduldig lässt er sich Noten, Takt und all das von seinen Kindern erklären und ist so engagiert wie ich ihn selten erlebt habe.

Ich finde das so gut! Träume muss man machen. Punkt. Was man hat, das kann einem keiner mehr nehmen. Und warum denn nicht mit 38 noch Saxophon lernen. Wieso denn nicht mit 33 anfangen Ballett zu tanzen und weshalb denn nicht mit 60 Studieren. Der richtige Zeitpunkt ist der, zu dem man etwas macht. Nicht davor und nicht danach.