..and nothing else matters!

D-Hörnchen und ich fertigen die Einladungskarten zum Kindergeburtstag. Es ist entspannt, er malt, ich schreibe. „Mama, kannst du was von Metallica anmachen?“, höre ich das Stimmchen meines Kleinsten. Und ja! Das kann ich. Ich mache das „Black Album“ an, mein liebstes bestes Metallica-Album und wir lauschen der Musik. Gestern vor 27 Jahren ist es übrigens erschienen und immer noch ist es toll. Bei Nothing Else matters spitzt er seine kleinen Ohren und bestätigt:“Das ist schön!“

Minuten später sind die Stifte doof, die Einladungen unartig und das D-Hörnchen bekommt einen Wutanfall, wie man ihn nur mit vier oder fünf haben kann. Dicke Kullertränen liefen ihm über die roten Wangen, tief verzweifelt lag er mit dem Kopf auf dem Bastelwerk und wusste weder ein noch aus. Mir das Problem zu schildern, in diesem Moment unmöglich. Ein epischen Drama spielte sich vor meinen Augen ab und ich konnte nichts tun. Nach einiger Zeit gelang es mir den schreienden Wurm von seinem Stuhl zu lösen und nahm ihn auf den Schoß. Dort weinte er noch eine Weile wie entwurzelt weiter bis er es irgendwann schaffte mit letzter Kraft zu schluchzen: „Sing mir das schöne von Metallica, bitte.“

Und das tat ich, denn wenn ich eins auf der Welt kenne, dann die heilende Wirkung dieses kleinen Liedes. Uns so sang ich, für ihn, für mich, für James Hetfield und für die Einladungskarten. Natürlich half es, natürlich.

Übrigens war die Reihenfolge der Buntstifte durcheinander gekommen. Episches Drama, sag ich ja.

Banana

Heute morgen habe ich einen Krieg geführt, und gewonnen. 

Der Bananenkrieg ist bei uns am Esstisch ausgebrochen. Und er war laut, dreckig und nervenraubend. Begonnen hat er, wie die meisten Konflikte, mit einer Kleinigkeit. D-Hörnchen aß seine Banane zu 5/6 und wollte dann eine zweite. Ich gab zu versehen, dass es die zweite Banane erst gäbe, wenn die erste aufgegessen wäre. 

Langes Gebrüll. 

Nach etwa 20 Minuten wollte ich los, zum Bäcker. Alle hatten Hunger und die meisten hatten nicht vor Bananen zu frühstücken. D-Hörnchen berappelte sich, ließ sich anziehen und kam mit. Die Kinder suchten sich je ein Croissant aus und wir taperten wieder nach Hause. Dort angekommen deckte ich den Tisch und legte auf jedes Frühstücksbrettchen ein Croissant; außer auf D-Hörnchens. Er bekam seine Banane von ‚vorhin‘. 

Es folgte ein weiterer, maßgeblicher Brüllanfall, in dem ich lediglich monoton die Sachlage darstellte:“Du bekommst dein Croissant wenn du die Banane aufgegessen hast!“

Nach einer Viertelstunde nahm D-Hörnchen das Banenenstück, steckte es in den Mund, kaute und schluckte. Der Spuk war vorbei, die Tränen vergessen und als wäre nichts gewesen frühstückten wir alle zusammen. Aber gut, dass wir mal drüber gesprochen haben…

Der Hu-Keks

Nach dem Mittagsschlaf war D-Hörnchens Laune im Keller. Um sie etwas zu pimpen, warf ich Kekse auf den Markt. Bauernhof Kekse um ganz genau zu sein. Kurz zeigte der Zauber Wirkung. D-Hörnchen nahm sich einen Keks in Form eines Pferdes und hielt ihm fest. Als irgendetwas passierte (ich weiß nicht was) schmiss er den Keks mit voller Wucht auf den Boden; aus Wut. 

Der Keks zerbrach. D-Hörnchen auch. Volle 30 Minuten weinte er laut und tränenreich, ließ sich nicht trösten und ließ keinen an sich heran. Nach einer halben Stunde stammelte er mit letzter Kraft: „Hu-Keks!“  Tatsächlich fand er in der Keksdose noch einen zweiten Pferdekeks. Mit diesem in der Hand ließ er sich auf meinem Schoß nieder, sah den Keks zweifelnd an und aß ihn auf. 

Thema erledigt, Corpus Delikti verspeist. 

Wutkinder

Im Folgenden die Top 10 der Wutanfälle meiner Kinder; angeregt durch eine ‚Blogparade‘ von 2kid chaos

10. Keinen Meter weiter, dachte das D-Hörnchen auf dem Gehweg; liegend. Laut. Lange. Ich selber trug drei Rucksäcke und eine Tasche. Kein Kind, und ich wollte auch keins tragen. 

9. Müll und seine Entsorgung. Immer wieder gibt es in den Zimmern der großen Hörnchen grosse Wut in der Frage über das Horten von… Müll. 

8. Haare kämmen-immer wieder eine Katastrophe. Haare abrasieren scheint immer wieder auch keine Lösung. Die Folge: Wut!!

7. Das falsche Geschenk! Szene: A-Hörnchen, damals 5, und B-Hörnchen (3) dürfen sich aus bestimmten Gründen im Spielwarenladen etwas aussuchen. A-Hörnchen nimmt zielsicher ein Laserschwert mit Sound&Light. B-Hörnchen einen Filly-Turm. Schon im Auto wollte A-Hörnchen tauschen…

6. „Du weißt es nicht!“ schrie mein A-Hörnchen im Kita-Alter immer enorm prollig dann vollkommen entfesselt, wenn er WIRKLICH nicht mehr weiter wusste. 

5. Die blöde Tür nicht aufbekommen, weil man mit 2 Jahren einfach noch zu kurz ist. Armes D-Hörnchen!

4. Wie man es macht… Öffnet man den Joghurt ist es falsch, tut man es nicht-auch. Egal welchen Löfel man hinlegt, es ist der falsche!!

3. „So gehst du nicht raus!“, sagte einst meine eigene Mama, als ich ich ultra-HotPans und Mega-Plateausohle bauchfrei zu Abschlussfeier der 6. Klasse wollte. Man war ich wütend!!

2. Butter ’so essen‘ wollte das C-Hörnchen gern und durfte es nicht. 

1.BODEN!! BOODEN!! Schrie einst das B-Hörnchen, als sie wutentbrannt auf engstem Raum nicht genug Boden fand um sich auf den Boden zu schmeiße.  

Baby in Wut

Heute..

… auf dem Weg zur Bahn. 

Wir waren auf dem Weg von der Tagesmutter zur Bahn. Und da das D-Hörnchen nicht mehr wirklich gern im Buggy sitzt, ließ ich ihn die gesamten 250m laufen. 

Na ja, laufen.. Wir debattierten uns so dahin. Und wie man so debattiert wenn man 1 ist, war es laut und langsam. Alle paar Meter warf es sich auf den Boden, schrie und zeterte. Laufen doof, Buggy doof. Tragen gut. Tagen. Einen fast 15 kg schweren Klops, der einfach keine Lust hat zu laufen.. Nee danke!!

Dann das Finale an der Haltestelle. Noch 5 Meter bis zum Ziel. Die Schwestern deutlich entnervt, Mutter deutlich genervt. Passanten deutlich amüsiert;

Und dann kam die Bahn und ich hab ich natürlich allem pädagogischen Weisheiten zutrotze eben hin getragen. Und er stahlte mich an und sagte:“Mama jaaaa!!“ 

Ich kann nicht denken!

Lach!! 

Beim Abendessen konnte das C-Hörnchen nicht aufhören, ihren großen Bruder zu ärgern. In einer Tour drückte und piekste sie an ihm herum; er fand das natürlich gar nicht lustig. 

Nach ca. 20 Ermahnungen, allein bei den drei Mahlzeiten heute, schickte ich sie auf den Flur. Sie weigerte sich, motzte und trotzte und zeterte. Alles Motzen half nichts und ich wiederholte meine Aufforderung. Hinzu füge ich den Satz:“Denk darüber nach, weshalb du raus musst!“ 

Da steht so ein kleines tobendes Fräulein in der Tür und brüllt fester, brodelnder Stimme:“Ich kann nicht denken!!“ Damit polterte sie auf den Flur und begann recht vernehmbar zu jaulen. 

In der Küche brach leises Gekicher aus. Zum Glück hatten A- und B-Hörnchen so viel Anstand, nicht laut loszulachen. 

Interne Umbaumaßnahmen

Mein C-Hörnchen ist drei Jahre alt und wird im Juli vier. Im vergangenen Jahr war sie so drei, wie man nur drei sein konnte. Laut, frech, trotzig, rasend vor Wut, impulsiv, verständnislos, gnadenlos niedlich und total toll. Mit aller Macht hat sie sich vor vielen Monaten daran gemacht, das ‚ich‘ in sich zu finden, und die Mama ‚Mama‘ sein zu lassen.

In der Tat habe ich keine Ahnung, wie oft ich in den vergangenen Monaten zu ihr gesagt habe:“Geh wieder ins Bett“ oder „Nein, mit Springseil im Bett darf man nicht schlafen.“ Endlose Diskussionen und Schreianfälle über das korrekte Benutzen von Zahnbürste und Ampel sowie Debatten um nächtliches Aufstehen oder früh-morgendlichen Terror trieben uns an den Rand des Wahnsinns; aber sie ist ja nun mal drei.

Und nun plötzlich wird mein kleines Mädchen scheinbar vier. Sie wird jeden Tag selbstständiger. Plötzlich hat sie Verständnis für den kleinen Bruder und akzeptiert was ich sage; zumindest gelegentlich. Sie lässt mit sich reden und hatte schon seit ein paar Tagen keinen schweren Wutanfall mehr. Im Gegenteil. Sie verbalisiert Missstände und umschifft den Wutanfall somit aktiv.  Mein Baby wird groß. Und ich?

Ich werde erleichtert. Hat sich das alles doch gelohnt? Das viele Verständnis, die viele Konsequenz? Das viele Zweifeln an sich selber? Puuu! Wieder eine Trotzphase überlebt. Und die letzte schaffe ich auch noch. Bevor ich es dann mit vier Pubertären aufnehmen muss.

5:1

Heute ist mein Mann ausgegangen. Mit Freunden, Essen und danach Bier. Es wird sicherlich toll und spaßig. Und es ist gut für ihn und … irgendwie mag ich es lieber wenn ich ausgehe. Aber na ja.

Mein A-Hörnchen hat heute Übernachtungsbesuch und somit stand es heut Abend ganz klar: fünf gegen eins. Der schöne Plan war es, das Baby ins Bett zu bringen und danach mit den anderen vieren Chips zu essen, Robby Bubbel Brause zu trinken und ‚Das kleine Gespenst‘ zu gucken. Soweit der Plan. 

Als ich gegen sieben mit D-Hörnchen nach oben ins Bad kam, fand ich viel Creme, etwas Schampoo und Seife. Überall. Das Massaker trug deutlich die Handschrift von C-Hörnchen, und mir wurde klar: Das heißt nicht DVD sondern Zoff. Manchmal hasse ich es eine konsequente Mama zu sein. 

Ich zitierte sie also hoch und teilte mit, dass die soeben DVD gegen Putzen getauscht hätte. Das arme D-Hörnchen wurde beim zu Bett gehen von einem gnadenlosem Wutanfall seiner Schwester begleitet. Es war Laut und nervig. Und sinnlos. Ich gebe nie nach. Eigentlich sollte sie das nach 3,5 Jahren wissen. 

Um halb acht begann dann das zu Bett bringen des Tobe-Hörnchens. Laut, lauter. Am Ende mit viel Kuscheln und Vertragen. Acht Uhr. Geschafft.

Nun aber endlich den Kinoabend. Dieser Teil des Abends war sehr schön und die drei Großen haben den Abend wirklich versüßt. Nun, um 22.00 Uhr wird es langsam ruhig, auch im Schulkind-Zimmer. Sieg! Oder nennen wir es :Etappensieg. Morgen früh freue ich mich weiter.