Hoch-herbstliche Gesamtlage

Es herbstet ganz gewaltig. Sturm und Regen und kalt und drei Pullis statt zwei. Fast hatte ich vergessen wie es ist, ernsthaft zu frieren, während man eilig eine Zigarette durchzieht und mir ständig meine Haare in die Glut wehen. Ja, so war Herbst, nervig mit wunderbar.

Überall liegt Laub und ich liebe den würzig klammen Geruch, den es versprüht, während man mit dem Fahrrad auf ihm ausrutscht und sich nur fast was reißt; ein Band oder zwei. Die Luft ist so feucht, sie klebt fast im Gesicht und kräuselt meine Locken noch mehr als sonst. Ein wenig widerspenstig ist er wohl, aber das bin ich auch.

Und am Abend, wenn ich den Ofen nicht anbekommen habe, weil es so weht. Wenn es kalt ist in der Küche und alle beisammen sitzen, dann gibt es Suppe. Denn Suppe wärmt von innen und macht froh. Und ja, warscheinlich ist das auch so. Ab heute ist der Herbst nun da, und ich glaube ich mag ihn. Und wenn ich ganz genau hinhöre, dann verspricht er mir Schnee.

Wenn ein Baby kommt

Meine Freundin ist schwanger. Eine weitere hat eben ein Baby bekommen, eine dritte vor zwei Wochen. Mit meinen fast 34 Jahren befinde ich mich im Kern der Baby-years. Mein ganzes Umfeld baut Nester und zeugt Babys.  Ich bin fertig damit, ich schaue zu! 

Ohne jeden Zweiel freue ich mich über jedes Baby, über jeden Bauch und jede gute Nachricht. Ich fiebere mit jeder Freundin mit, die mir mitteilt sie wurden nun „üben“ und ich beweine jede eintretende Periode. Ich bin quasi konstant co-schwanger und genieße den Zauber um all die Kugeln. Früher oder später kommt dann immer die Nachricht über die Ankunft des neuen Erdenbürgers. 

Wow! Und dann hat es mich doch noch ein wenig um. Ich habe jede Geburt genossen, das Wochenbett und das Kennenlernen mit dem Zwerg. Nichts auf dieser Welt bietet einen solchen Zauber, so viel Gefühl, Rausch und Hingabe. Nicht kann solche Emotionen erzeugen und nichts ist so intim. Neue Babys sind toll, das ganze Drumherum ebenso. Ich gönne es jedem, ja ich wünsche es jedem. Und ein kleines Bisschen würde ich es mir auch noch mal gönnen. Und dann wieder, wenn ich die übermüdeten Freundinnen treffe, mit ihren Milchflecken im Shirt und den Augenringen, dann denke ich mir, dass es doch alles ganz gut ist. 

Zauberhaftes Wunderwesen

Gibt es eine bessere Nachricht am frühen Morgen, als die Nachticht der frisch entbundenen Schwester? Definitiv nein! Und noch 1000x besser ist die Nachricht, wenn sie lautet:“Ich könnt wohl Besuch vertragen!“

Und was soll ich sagen: Sie ist wunderschön. Sie ist zauberhaft, unglaublich und einfach das wunderbarste Wesen auf der Welt. 

Es ist schon erstaunlich. Obwohl ich dieses Wunder nun schon vier mal selbst erlebt habe, und etliche Male im Freundeskreis, kann ich es immer wieder nicht glauben, wie einen knapp vier Kilo Mensch so verzaubern können. In Angesicht eines Neugeborenen bin ich nichts als Liebe, Staunen und Hingabe. Es gibt nichts zauberhafteres. Immer wieder.