Müde, wie immer

Wieder ist ein erster Tag nach den Ferien geschafft. Wieder war ich endlos müde, als um 6 der Wecker sang. Wieder waren alle vier Hörnchen mehr tot als lebendig und wieder stellte sich die Frage, für wen beginnt die Schule um acht? Ich zumindest kenne niemanden, weder Lehrer noch Schüler noch Eltern, der großen Wert darauf legt, morgens um acht in der Schule zu sein.

Wie jedes Mal zeigen die Ferien und hervorragend auf, wie der gesunde Rhythmus unserer Familie aussieht. Aufstehen gegen halb neun, Leistungen ab zehn. Mittag gegen halb zwei, danach Siesta und gern noch mal ein Hoch. Essen abends gegen sieben, halb acht geht auch und zwischen acht und neun kehrt Ruhe ein. Kein Streit, keine müden Diskussionen, keine Kinder, die aber noch nicht schlafen können. Leistungsbereite Gehirne, wohlgesonnene Persönchen und alles läuft wie von selbst.

Außerhalb der Ferien ist es das frühe Aufstehen, dass den Tag zerlegt. Zum Frühstück noch keinen Appetit, zum Handeln zu müde. Die ersten zwei Schulstunden schläft der klassische Schüler; die Lehrer auch. All das gilt inzwischen als erwiesen. Dutzende Studien zeigen Leistungskurven, Wirtschaftswachstum und eine zufriedenere Gesellschaft auf, würden die dogmatischen Rhythmen um zwei Stunden verschoben. Und wir? Wir klugen Menschen, die Krone der Schöpfung? Sein wir realistisch. Wir diskutieren seit 20 Jahren über die Abschaffung der Zeitumstellung. Die Mühlen mahlen langsam, der Deutsche ist weder experimentell noch mutig. Und deshalb werden wir auch in 20 Jahren noch um sechs aufstehen, damit die Kleinen pünktlich um acht müde in der Schule sitzen. Wahrscheinlich sind wir auch einfach zu müde um was dran zu ändern.

Gute Nacht!!