Zoo eben

Ohne Frage, Zoo ist scheisse. Tiere in Gefangenschaft, Kommerz, Abzocke; all das eben, was man so über Zoos in Großstädten sagen kann. Dennoch waren wir heute in einem Zoo, im Zoo Hannover, und neben den oben genannten Dingen, die ich niemals müde werden werde zu sagen, war es total nett.

In vielen Teilen der Anlage wurde sehr deutlich, dass der Fokus nicht auf den Homo Sapiens lag sondern tatsächlich auf dem Wohl der Tiere. Gefangenschaft bleibt Gefangenschaft und dennoch gibt es ohne Zweifel das eine oder andere Stellrad, an dem man das Geschehen positiv (oder negativ) beeinflussen kann. Neben (relativ) viel Platz wird offenbar auf Beschäftigung gesetzt, was zwar irgendwie normal sein sollte, es aber ja leider vielerorts nicht ist.

Auf Wunsch der Kinder besuchten wir eine Robben-Show, das größte No-go in meinem Kopf. Kunststückchen unter Zwang, Schläge, Essenentzug – das waren meine Assoziationen mit diesem abscheulichen Theater. Nun muss ich gestehen, dass mein Wissen über Kegelrobben und Seelöwen sich arg in Grenzen hält. Ich kann wenig darüber sagen, ob die Tiere gut gehalten werden, ob sie Spaß an dem haben was sie da tun. Was ich aber erkennen kann, ist Bindung und eine intakte Beziehung zwischen zwei Individuen. Und an dieser Stelle war ich wirklich positiv überrascht!

Die Tiere himmelten ihre Homo Sapiens förmlich an. Sie hingen an ihren Lippen, achteten auf jede Geste und warteten begierig auf den nächsten Schritt. Auch die Trainer wirkten liebevoll und vertraut mit ihren Tieren, es war eine große Freude den verschiedenen Gespannen zuzusehen. Keine Spur von unterworfenen, gebrochenen Raubtieren, nein wirklich nicht. So wie Hund und Halter oder Pferd und Reiter bildeten sie eine funktionstüchtige Einheit, die offenbar von Vertrauen und Zuneigung geprägt war; nicht von Zwang.

Nach der Show gab es einen guten und zielgruppengerechten Exkurs zum Thema Plastik, Meere, Klima und dem Lebensraum der eben bestaunten Tiere. Ein klarer Apell wurde formuliert: Meidet Müll, Save the palnet. Und so bleibe ich zwar bei „Zoo ist kacke“, möchte aber deutlich dazu sagen, dass er, gut umgesetzt, durchaus ein Teil von Bildung sein kann. Nicht drumrum kommen Eltern meines Erachtens, die Kinder über die Auswirkungen und Bedingungen von Leben in Gefangenschaft aufzuklären und artgerechte Haltung mit ihnen zu reflektieren.

An dieser Stelle kann auch Hannover noch dazu lernen. Denn zwar ist es gut am Ball zu sein und alles Mögliche möglich zu machen, dennoch sollte meiner Meinung nach viel mehr über die Lebensräume der Tiere, die Unterschiede zum Leben in Gefangenschaft und die möglichen Auswirkungen informiert werden. Ebenfalls kann nicht oft genug erwähnt werden, wie viele Lebensräume inzwischen von Menschenhand zerstört wurden und wie viele Arten dadurch fast ausgestorben sind. Diese Thematik wurde am Rande erwähnt; mehr aber auch nicht.

Was soll ich also sagen; Zoo ist schieße Leute – ich war im Zoo – und es war gut.

Ein Puppenhaus 

B-Hörnchen war in einer Botanik-Ausstellung. Freudig berichtete sie, was sie alles gesehen hatte.  Unter anderem, so erklärte sie, gab es dort ein Puppenhaus. 

Vor meinem inneren Auge baute sich das idyllische Bild einer Puppenstube auf. Rotes Giebeldach, kleine Holzmöbel, woll-haarige Figürchen. Zwar wusste ich nicht, was das Häuschen dort sollte,  jedoch mochte ich die Vorstellung. 

Dann berichtete B-Hörnchen, dass Sie beobachten konnte, wie im Puppenhaus etwas geschlüpft ist. Plötzlich war gar nichts mehr idyllisch und ich dachte an Blut und Aliens und Eier und war verwirrt. B-Hörnchen wiederum verstand meine Verwirrung nicht und berichtete weiter über…

… den Verpuppungsprozess der Raupen, die Metamorphose und wie toll sie all das fand. Und endlich begriff auch ich, was das Puppenhaus in der Botanik-Ausstellung zu suchen hatte. 

Po im Zoo

Manchmal ist eine Situation von jetzt auf gleich so unfassbar komisch und zugleich skurril, dass man es schon kurz später nicht Mahr in Worte packen kann.

Tatsachen ist, dass das Ballett, dass diese drei Nashörner gestern aufgeführt haben, und vor allem das zauberhafte Schlussbild, mich vor Lachen fast in die Knie gezwungen haben. Und warum läuft im Zoo nie die passende Musik?