Zum Denken ist es nie zu spät 

Bei Facebook lese ich:“Die Wahlen in Sachsen Anhalt sind eine Warnung…, die wir ernst nehmen müssen…“  Eine Warnung? Ist das wirklich noch eine Warnung? 

Mein Eindruck ist, dass fast 25% AFD weit mehr sind als ein Warnschuss. 25% sind ein Fakt, eine Bedrohung! Und sie können unmöglich spurlos bleiben.  25% der sog. Politiker im Sachen Anhalter Parlament sind jetzt Nazis. Das bedeutet, dass an allen Entscheidungen 25% Nazis beteiligt sind. Davon abgesehen die Tatsache, dass diese vielen Nazis ja auch von jemandem gewählt wurden – von Nazis. Was passiert nun also?

Seit Tagen versucht mein Hirn das zu konstruieren:“Gut“ würde ich es heißen, wenn die demokratischen Parteien die Zusammenarbeit verweigern und das vertreten von menschenverachtendem Gedankengut hier keine Chance hätte. Aber geht das? Kann man 25% ignorieren? Wohl kaum, womöglich führt das zum Bürgerkrieg vor der eigenen Haustür. Weiter Rechenbuch damit, dass rechte Gewalt und Hetzt deutlich legitimiert werden. Wenn 25% der Bevölkerung sich gern mit den Nazis solidarisieren, dann muss davon auch auf den Straßen etwas zu merken sein. Nazi-sein ist jetzt salonfähig. 

Ich fühle mich nicht sicher, ich fühle mich bedroht. Auch wenn ich dabei bleibe, dass die wenigsten über die Konsequenzen ihres Handelns nachgedacht haben, jetzt ändert es nichts mehr. Viel zu spät es zu ändern. Aber doch nicht zu spät zum Denken. Also los! Hirn an, Nazis raus!!

Öffentliche Verkehrsmittel 

Ich muss zur Schule der Hörnchen, zum Elternsprechtag. Der Weg ist etwa 1 Kilometer die Straße entlang. Da es stark schneit und ich es eilig habe, entscheide ich mich die Öffentlichen Verkehrsmittel zu beanspruchen. 

Fatal. 

Überrechtzeitig erreiche ich die Haltestelle der Bahn. Nach nur einer Minute kommt genannte und ich steige ein. „Super, in fünf Minuten bin ich an der Schule“, dachte ich. Fünf Minuten später stand die Bahn imme noch. Es gab eine Durchsage: Ein Falschparker blockiere die Schiene, die Bahn könne nicht fahren. Man solle den Bus nehmen. 

Ich lief also los, zum Bus. Fast selbstredend fuhr dieser grade ab; ohne mich. Der nächste sollte in sieben Minuten folgen. Ich wartete. Mein üppiger Zeitpuffer schmolz dahin; inzwischen hatte es aufgehört zu schneien. 

Sieben Minuten später war der Bus vollkommen überfüllt. Es dauerte weitere drei bis er endlich abfahren konnte und jeder Idiot seinen Fuß aus der Tür genommen hatte. Und noch bevor mein Bus sich in Bewegung setzte, startete dann auch die leere Bahn. Der Falschparker hatte es sich wohl anders überlegt. 

Ich muss kaum erwähnen, dass ich zum Sprechtag trotz bester Absichten viel zu spät kam. 

24,5 Stunden

Es klopft an der Tür und ich gehe hin. Eigentlich bin ich gut beschäftigt, in 10 Minuten geht es los zur 11. Weihnachtsfeier. Die einzige Person die ich erwarte ist vielleicht der Postbote. Der ist es aber nicht. 

Vor der Tür steht Oma. Sie strahlt mich an und trällert:“Ich bin ein bisschen zu früh!“ 

Tatsächlich! Das war sie. Genau einen Tag und 30 Minuten. Es tat mir so leid; irgendwas war da schief gelaufen, schlechte Absprache. Trotzdem war der Moment göttlich. 

Zu spät

Kennt ihr das noch? Mama sagt:“Seit um drei zu Hause!“ und dann seit ihr losgezogen, mit dem Kumpels und der Flick Flack Uhr in der Tasche. 

Und als ihr das nächste mal auf die Uhr schaut, ist es halb vier. Oder vier. 

A- und B-Hörnchen sind zum ersten Mal so richtig in echt, länger allein auf dem Spielplatz. Mit Kumpeliene und Uhr. Zu Hause sein sollen sie um JETZT. Und ich bin schon soooooo gespannt auf die Ausrede, weshalb sie unmöglich pünktlich sein konnten. Ich habe gern den Pinökel meiner Uhr rausgezogen um so zu tun, als ob die Uhr stehengeblieben ist. 

Hat nie geklappt. 

Komisch.